Die Vereinigung Cockpit (VC) ruft zu Streiks bei Lufthansa auf. Das teilte die Gewerkschaft am Dienstag auf.
Bestreikt werden sollen Flüge der Lufthansa Cargo sowie der Lufthansa Passage, die am Donnerstag und Freitag von deutschen Flughäfen starten. Am Donnerstag sollen zudem Flüge der Lufthansa Cityline bestreikt werden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sollen Flüge aus Deutschland in die Region ausdrücklich vom Streik ausgenommen werden.
Die Gewerkschaft begründet die Arbeitskampfmaßnahmen mit gescheiterten Tarifverhandlungen über Vergütungsfragen bei der Lufthansa Cityline und über die betriebliche Altersversorgung der Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo. Bis 2017 erhielten Piloten eine klassische Betriebsrente mit garantierten Auszahlungen. Diese wurde auf Drängen des Arbeitgebers durch ein kapitalmarktfinanziertes Modell ersetzt, das das frühere Versorgungsniveau deutlich verfehle, hieß es.
„Wir hätten eine weitere Eskalation sehr gerne vermieden“, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Aber es liegt weiterhin kein Angebot vor. Es hilft nicht, wenn die Gegenseite nur Gesprächsbereitschaft signalisiert, aber nicht über substanzielle Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung sprechen möchte.“
Seit August 2025 verhandelt die Tarifkommission über einen neuen Vergütungstarifvertrag. Mehrere Verhandlungsrunden blieben laut Gewerkschaft „ohne verhandlungsfähiges Angebot des Arbeitgebers“. Zwar hat Lufthansa Cityline der VC in einem Sondierungsgespräch am 25. Februar erstmals ein Angebot ohne Forderung nach Gegenfinanzierung unterbreitet. Doch die Vereinigung Cockpit ist der Ansicht, dass dieses nicht nur deutlich hinter den Forderungen zurückbleibt, sondern wegen der Forderung nach einer absoluten Friedenspflicht „völlig inakzeptabel“ ist.
Man habe „lange genug ohne Angebot verhandelt“, sagte Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission (GTK). „Sieben Verhandlungsrunden, lange Bedenkzeiten und sogar ein vermittelndes Angebot – all das hat der Arbeitgeber verstreichen lassen. Jetzt reden wir erst weiter, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt.“
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