GRU-Spionage in Deutschland: Verdächtige sollen Drohnen-Unternehmer für Russland ausgespäht haben

Im Fall zweier mutmaßlicher Agenten verdichten sich die Hinweise auf einen Auftrag aus Moskau. Wie der „Spiegel“ berichtet, sollen die Verdächtigen, der Ukrainer Sergey N. und die Rumänin Alla S., in Deutschland für den russischen Militärgeheimdienst GRU spioniert haben. Darauf deuten nach Angaben von Ermittlern Chatnachrichten hin.

Ende März ließ der Generalbundesanwalt den 43-jährigen N. und die 45-jährige S. wegen Spionageverdachts festnehmen. Sie sollen einen Unternehmer aus Bayern ausgespäht haben, der Drohnen in die Ukraine liefert. Die Beschuldigten sollen den Arbeitsort und die Meldeadresse des Mannes gefilmt haben. Fahnder vermuten, dass die Spähaktion zur Vorbereitung eines Mordanschlags gedient haben könnte.

Nach Recherchen des „Spiegel“ erreichten Behörden bereits Mitte Dezember Informationen zu einer Gefährdung. Kurz darauf nahmen Polizisten Sergey N. an der Adresse des Unternehmers in Gewahrsam. Beamte konnten Daten auf seinem Telefon sichern. Chats sollen zeigen, dass N. in Kontakt mit einem Anleiter in Russland stand, den Experten der GRU zurechnen. Sergey N. setzte sich nach Spanien ab. In der Folge soll Alla S. die Spähaktion fortgesetzt haben.

Ende März wurden beide Beschuldigte festgenommen. Alla S. sitzt in Untersuchungshaft, ihre Anwältin ließ laut „Spiegel“ eine Anfrage zu den Vorwürfen unbeantwortet. N. kam in Spanien unter Auflagen frei. Er war für das Nachrichtenmagazin nicht zu erreichen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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