Mineralölwirtschaft steigert Gewinne durch überproportionale Kraftstoffpreiserhöhungen im Iran-Krieg

Die Mineralölwirtschaft macht erheblich mehr Gewinn durch den starken Anstieg der Benzin- und Dieselpreise an deutschen Tankstellen im Zuge des Iran-Kriegs. Das zeigt die Analyse des Ökonomen Johannes Schwanitz über die Kraftstoffpreise in Deutschland und die Rohölpreise an den Weltmärkten, über die der „Spiegel“ berichtet.

Demnach sind die jüngsten Preissteigerungen für Benzin und Diesel an deutschen Zapfsäulen weitaus stärker, als es die höheren Einkaufskosten für Rohöl rechtfertigen würden. So hat sich die Standard-Rohölsorte Brent laut Schwanitz` Analyse zwischen dem Kriegsbeginn am vergangenen Samstag und Freitag (6. März) an den internationalen Märkten umgerechnet um etwa 8 Eurocent je Liter verteuert. Der Durchschnittspreis für Super E5 an deutschen Tankstellen hingegen stieg im selben Zeitraum von 1,77 auf 1,94 Euro, also um 17 Eurocent pro Liter.

Rechnet man die Umsatzsteuer heraus, verlangen die Anbieter also etwa 14,3 Cent pro Liter mehr. Das wäre fast doppelt so viel, wie es der höhere Brent-Preis rechtfertigen würde. Noch extremer ist der Preissprung beim Diesel. Dieser verteuerte sich im Bundesdurchschnitt um 30 Cent je Liter, von 1,74 auf 2,04 Euro. Netto erlösten die Tankstellenbetreiber rund 25,2 Cent mehr.

„Die Mineralölwirtschaft nutzt diese Lage, um ihre Gewinnspanne auszuweiten“, sagte Schwanitz dem „Spiegel“. Das sei schon in der Energiekrise von 2022 so gewesen. Auch damals, nach Russlands Überfall auf die Ukraine, stiegen die Kraftstoffpreise in Deutschland deutlich an – phasenweise stärker als der Rohölpreis.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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