Cäsium-137 in Wildschweinen: 40 Jahre nach Tschernobyl noch immer tausende Grenzwertüberschreitungen

Auch 40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl überschreiten Wildschweine in mehreren Bundesländern die Grenzwerte für radioaktives Cäsium-137 und dürfen deshalb nicht in den Handel gelangen.

Laut Zahlen des Bundesverwaltungsamtes wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.927 erlegte Wildschweine wegen überhöhter Strahlenbelastung „vernichtet“, schreibt die „Bild-Zeitung“. Jäger erhalten für das verstrahlte Wild vom Bundesverwaltungsamt Ausgleichszahlungen – 204,52 Euro für ausgewachsene Wildschweine und 102,26 Euro für Frischlinge.

Betroffen sind laut „Bild“ mit den absolut gesehen meisten Fällen Bayern, aber auch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen. 2024 gab es bundesweit 3.099 verstrahlte Wildschweine, 2022 sogar 7.539.

Nach Bundesländern aufgeschlüsselt entfielen im vergangenen Jahr 2.308 Fälle auf Bayern, 491 auf Baden-Württemberg, eines auf Rheinland-Pfalz, 18 auf Thüringen und 109 auf Sachsen.

Rehe sind laut des Berichts nur noch selten betroffen. In Bayern wurden zuletzt 2023 vier Tiere mit einer Belastung über dem Grenzwert registriert, 2020 waren es 15. Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von etwa 30 Jahren. „Selbst gesammelte Pilze sowie Wild, das sich von Pflanzen und Pilzen aus dem Wald ernährt, können deswegen auch heute noch deutlich erhöhte Cäsium-Werte aufweisen“, so eine Sprecherin des Bundesamtes für Strahlenschutz gegenüber „Bild“.

Besser sieht es auf landwirtschaftlichen Flächen aus. „In Ackerböden ist das Cäsium an Tonminerale gebunden. Deswegen können die Pflanzen es nicht oder nur in sehr geringen Mengen über die Wurzeln aufnehmen. Lebensmittel aus der Landwirtschaft enthalten daher überall in Deutschland so gut wie kein Cäsium-137“, erklärt eine Sprecherin des Bundesamtes für Strahlenschutz.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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