Krankenversicherung für Erntehelfer: Linke fordert vollen Schutz für ausländische Saisonkräfte

Der arbeitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Pascal Meiser, kritisiert den mangelnden Krankenversicherungsschutz für ausländische Saisonkräfte in der deutschen Landwirtschaft.

Jeden Sommer seien regelmäßig gut 50.000 kurzfristig Beschäftigte mit ausländischer Staatsbürgerschaft auf deutschen Höfen und Feldern tätig, sagte Meiser dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Rund 40.000 davon seien nicht gesetzlich, sondern privat abgesichert. In der Regel geschehe das über eine private Gruppenversicherung. Dort sei der Schutz allerdings deutlich schwächer.

Meiser bezog sich auf Antworten der Bundesregierung und der Knappschaft-Bahn-See. „Es ist beschämend, dass in der deutschen Landwirtschaft weiter jedes Jahr zehntausende Menschen ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz schuften müssen“, sagte der Abgeordnete dem RND. Sie blieben im Krankheitsfall entweder medizinisch unterversorgt oder auf hohen Kosten sitzen, kritisierte er.

„Es braucht endlich den vollen gesetzlichen Krankenversicherungsschutz für alle, die in Deutschland arbeiten“, forderte Meiser. „Deutscher Spargel, deutsches Obst und deutscher Wein dürfen nicht länger auf einem Arbeitsmarkt zweiter Klasse basieren“, fügte er hinzu. Dabei sei gerade die Arbeit draußen auf den Feldern und oft auch bei extremer Hitze besonders gesundheitsgefährdend. Statt dagegen vorzugehen, hätten CDU/CSU und SPD das Problem sogar noch vergrößert, indem sie den Zeitraum, in dem Saisonarbeiter nicht voll sozial abgesichert sind, sogar noch deutlich verlängert hätten. „Das ist verantwortungslos und zeigt einmal mehr, dass es in der Bundesregierung völlig an einer sozialdemokratischen Handschrift fehlt, die wirklich für mehr Schutz und Respekt für alle hart arbeitenden Menschen in diesem Land sorgt.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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