Reservistenverband: Pflicht zu Wehrübungen ist notwendig für glaubwürdige Abschreckung gegenüber Russland

Der Präsident des Reservistenverbandes, Bastian Ernst, hat die Pläne von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), Reservisten künftig zu Übungen zu verpflichten und die Altersgrenze für Freiwillige von 65 auf 68 Jahre anzuheben, begrüßt.

„Verpflichtende Übungen sind aus unserer Sicht dringend notwendig, um eine verlässliche Einsatzbereitschaft der Reserve sicherzustellen“, sagte Ernst dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Diese sei von zentraler Bedeutung für die nationale Sicherheit sowie für die gesellschaftliche Resilienz Deutschlands.

Man unterstütze das Verteidigungsministerium und den Minister bei diesen Planungen und sei eng in den laufenden Prozess eingebunden. Als Reserve wisse man um die besondere Verantwortung: Ohne eine leistungsfähige Reserve sei glaubwürdige Abschreckung gegenüber Russland nicht möglich.

Die Anhebung der Altersgrenze bei Freiwilligkeit von 65 auf 68 sei ein guter Kompromiss. „Damit können wir auf erfahrene Fachkräfte reagieren, die dienen wollen“, so Ernst. Im Entwurf des Reservestärkungsgesetzes heißt es, die Heranziehung zu Dienstleistungen könne „im Einzelfall mit Zustimmung der Reservistin oder des Reservisten auch bis zum Ablauf des Monats erfolgen, in dem sie oder er 68 Jahre alt wird, wenn dringende dienstliche Gründe dies rechtfertigen“.

Ernst hatte dem RND im April gesagt, man solle die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen. Das mache in vielerlei Hinsicht Sinn. Das Renteneintrittsalter steige ja auch sonst. Die Leute blieben länger fit. Man solle diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden. Und wenn man auf Seite der Jungen ein Nachwuchsproblem beklage, dann solle man an der anderen Seite der Alterspyramide ebenfalls nachbessern. Das solle im Reservestärkungsgesetz verankert sein.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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