China besitzt 11.300 deutsche Patente: IW-Studie zeigt wachsenden Einfluss auf Innovationen

China hat seinen Einfluss auf deutsche Erfindungen zuletzt deutlich ausgeweitet. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gehören mittlerweile 11.300 in Deutschland entwickelte Erfindungen chinesischen Eigentümern.

Zwischen 2000 und 2022 meldeten deutsche Erfinder über 650.000 transnationale Patente an. 189.000 davon (29 Prozent) gehören inzwischen Eigentümern im Ausland. Knapp ein Drittel davon entfällt auf die USA, rund elf Prozent auf die Schweiz. Besonders auffällig ist der Sprung Chinas: 11.300 aller ursprünglich in Deutschland hervorgebrachten Patente liegen nun in chinesischer Hand – um die Jahrtausendwende waren es fast keine. Peking sichert sich die Patente vor allem, indem Staatsunternehmen deutsche Firmen aufkaufen.

Dabei schwächelt die hiesige Innovationskraft ohnehin. Deutschlands Weltmarktanteil an transnationalen Patentanmeldungen sank von 22 Prozent im Jahr 2000 auf 15 Prozent im Jahr 2022. Ein wesentlicher Grund: Deutschland investiert weniger in Forschung und Entwicklung (FuE). Im Jahr 2000 lag das Land weltweit auf Platz drei – mit doppelt so hohen Ausgaben wie China. Bis 2021 rutschte es auf Platz sechs ab. China hat seine FuE-Aufwendungen seither verzwanzigfacht.

Besonders im Maschinenbau zeigt sich Chinas Einfluss. Die Zahl der Patentanmeldungen in diesem Sektor stieg von 3.300 im Jahr 2000 auf 4.300 im Jahr 2022. Ein prominentes Beispiel ist die Übernahme des Augsburger Industrierobotik-Herstellers Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern im Jahr 2016.

„Auch deutsche Konzerne halten im Ausland Patente. Das gehört zum normalen Wettbewerb“, sagte IW-Experte Oliver Koppel. Doch Peking lenke Übernahmen im Westen geostrategisch – während der eigene Markt für ausländische Investoren durch Negativlisten, Sicherheitsüberprüfungen und Protektionismus weitgehend verschlossen bleibe. „Das ist ein Ungleichgewicht“, warnte Koppel. Europa müsse genauer prüfen, wohin strategisch relevante Technologien abwandern.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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