Zentralafrika: Prozess gegen Ex-Präsident wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eröffnet

In der Zentralafrikanischen Republik hat ein von den Vereinten Nationen unterstütztes Gericht den Prozess gegen den früheren Staatschef Francois Bozizé eröffnet. Da er sich im Exil befindet, wird die Verhandlung in Abwesenheit geführt. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, darunter Mord, Verschleppung, Folter und Vergewaltigung.

Bozizé war 2003 durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen und wurde 2013 von Rebellen gestürzt. Seit März 2023 lebt er im Exil in Guinea-Bissau. Drei seiner früheren hochrangigen Militärs sitzen in der Zentralafrikanischen Republik in Untersuchungshaft. Der Prozess findet in der Hauptstadt Bangui statt. Zuständig ist der Sondergerichtshof, eine gemischte Kammer mit einheimischen und internationalen Richtern.

Bereits 2024 hatte der Gerichtshof einen internationalen Haftbefehl gegen den Ex-Präsidenten erlassen. Hintergrund waren Ermittlungen zu Verbrechen, die Bozizés Präsidialgarde in einem zivilen Gefängnis und einem Militärstützpunkt in der Stadt Bossembele verübt haben soll. Die Richter sahen damals „ernsthafte und schlüssige Beweise“ gegen Bozizé, die seine strafrechtliche Verantwortung als militärischer Befehlshaber begründen könnten.

Der Sondergerichtshof untersucht Kriegsverbrechen, die seit 2003 in dem Land begangen wurden.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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