Schneider will Ölbohrungen in Meeresschutzgebieten stoppen

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will einen Förderstopp für Öl und Gas in Schutzgebieten durchsetzen. Er werde im Sommer Eckpunkte für einen Aktionsplan Meer vorstellen, mit neuen Initiativen zur Erholung der Natur, zur Bergung von Geisternetzen und zur Reduzierung von Schadstoffen, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben).

Die Natur erhole sich, wenn die Menschen sie in Ruhe lassen. „Das bedeutet zum Beispiel, keine neuen Bohrtürme zur Öl- und Gasförderung in Schutzgebieten mehr zu erlauben. Ein entsprechender Kabinettsentschluss liegt jetzt im Bundestag“, so der Minister.

Vor allem die Ostsee brauche mehr Schutz. „Es geht ihr ganz und gar nicht gut: zu wenig Salz, zu wenig Fische, zu viele Nährstoffe“, sagte Schneider. Die Ostsee dürfe aber nicht nur eine Badewanne sein, die immer wärmer werde, sondern sie müsse wieder ein funktionierendes Ökosystem werden.

Bei der Bergung von giftiger Altmunition aus den Meeren will Schneider vorangehen. Für eine Pilotanlage zur Bergung dieser Munition laufe gerade ein Bieterverfahren, sagte er. Die Anlage solle helfen, in der Nord- und Ostsee Hunderttausende Tonnen verklappte Altmunition zu bergen.

„Aber wir können damit aus Deutschland heraus auch einen wichtigen Beitrag zum weltweiten Naturschutz leisten und gleichzeitig Know-How und Technologien exportieren“, erklärte der Minister. Die Altmunition sei eine tickende Zeitbombe, die hochgeholt und unschädlich gemacht werden müsse. Sie lecke bereits, und die Giftstoffe seien teilweise schon in Fischen nachweisbar.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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