Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang: Friedrich Merz muss lernen, die Menschen zu lieben

Die grüne Sozialpolitikerin und Ex-Parteichefin Ricarda Lang wirft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fehlendes Verständnis für die Menschen im Land vor.

Viele Menschen wüssten, dass sich Dinge ändern müssten, viele wollten das auch, sagte Lang den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Doch es scheitere an einer Regierung, die nicht in der Lage sei, zumindest ein wenig Empathie für die Menschen aufzubringen, die von den Veränderungen am stärksten betroffen sind. „Stattdessen erleben wir den Bundeskanzler einmal mehr in seiner vollkommenen Empathielosigkeit“, sagte Lang.

Während unzählige Familien in Deutschland zwischen zwei Jobs und Kita-Abholung erschöpft der nächsten Mieterhöhung hinterherhechelten, verteile der Bundeskanzler eine verbale Ohrfeige nach der anderen, führte die Grünen-Politikerin aus. Der Vater zu faul, die Mutter zu oft krank: „Wenn Friedrich Merz aufs Land blickt, blickt er herab – auf 83,5 Millionen Menschen, die ihm offenbar nicht gut genug sind“, sagte Lang. So halte man den Laden nicht zusammen. „Ich wünsche Friedrich Merz von Herzen, dass er lernt, die Menschen zu lieben, für die er Politik macht.“

Neben Empathie brauche es für die Umsetzung von Reformen ihrer Ansicht nach einen Plan und eine gerechtere Verteilung der Lasten. Gerade junge Familien hätten das Gefühl, immer schneller und mehr zu arbeiten, aber es reiche trotzdem nicht, um etwas aufzubauen – und würden dann von Leuten lesen, die 300 Wohnungen erben, darauf aber nicht mal Erbschaftssteuer zahlen müssten. „Das ist zutiefst leistungsfeindlich und ungerecht“, sagte Lang. „Die Vielen sollen den Gürtel enger schnallen, aber ein paar Wenige vergolden sich die Gürtelschnalle: Natürlich fliegt dir das um die Ohren.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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