Dax startet verhalten in den Freitagshandel: Geopolitische Spannungen und Technologieaktien im Fokus

Der Dax ist am Freitagmorgen verhalten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.160 Punkten berechnet, 0,2 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

„Nach dem Ausverkauf der Halbleiteraktien noch vor einigen Tagen kehren diese nun wieder in die Gunst der Anleger zurück“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „In Asien konnten die üblichen Verdächtigen wie Samsung Electronics und SK Hynix zulegen und verhalfen den technologielastigen Aktienindizes aus Japan und Südkorea zu Pluszeichen zum Wochenschluss.“

„Auch in China ist ein erkennbarer Paradigmenwechsel im Gang. Wurden die Aktien aus dem Reich der Mitte in den vergangenen Wochen weniger gesucht, stehen diese jetzt wieder im Kaufinteresse vieler Investoren. Im Vergleich zu den Unternehmen aus Japan und Südkorea werden die chinesischen Technologiewerte teilweise mit erheblichen Abschlägen gehandelt.“

„Gegen diese positiven Entwicklungen steht die Eskalation im Irankrieg. Der Iran greift jetzt wie angekündigt die Militärbasen in den Nachbarstaaten an. Damit dürfte sich das bevorstehende Wochenende erneut als Bewährungsprobe für die Börse erweisen. Die USA hatten zwar angekündigt, dass ihre militärischen Aktionen nur wenige Tage bis Wochen andauern würden, doch das hängt entscheidend von der Gegenwehr des Iran und den Entwicklungen im Nahen Osten ab.“

„Nach Aussagen von einigen Diplomaten würden zwischen den Kriegsparteien weiterhin „technische Gespräche“ geführt. Daher verhalten sich die Investoren am Aktienmarkt derzeit noch besonnen. Die Energiepreise spiegeln dies ebenfalls durch eine höhere Volatilität wider, und so pendelt die Ölsorte Brent Crude zwischen 72 und 78 US-Dollar.“

„Die heutige Tagesagenda ist stark ausgedünnt, sodass sich der Dax in engen Kursbahnen bei ausgedünntem Handelsvolumen bewegen dürfte. Vor dem Wochenende sollten die geopolitischen Entwicklungen maßgeblich den Handel bestimmen“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1442 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8740 Euro zu haben.

Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Morgen wurden für eine Feinunze 4.112 US-Dollar gezahlt (-0,2 Prozent). Das entspricht einem Preis von 115,55 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 75,95 US-Dollar, das waren 35 Cent oder 0,5 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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