Studie zu Gender Gap bei AfD und BSW veröffentlicht

Die Konkurrenz zwischen populistischen Parteien ist auch durch Genderfragen geprägt, wie eine aktuelle Studie der Universität Potsdam und der Freien Universität Berlin zeigt. Das hat das Forschungsteam um Teresa Haußmann, Jan Philipp Thomeczek und Aiko Wagner mitgeteilt.

Die Bundestagswahl 2025 bot die Gelegenheit, geschlechtsspezifische Unterschiede in der Unterstützung populistischer Parteien zu untersuchen, da zwei ideologisch unterschiedliche populistische Parteien unter denselben strukturellen Bedingungen antraten – beide wurden von prominenten Frauen geführt.

Trotz dieser Gemeinsamkeit unterschieden sich die Wählerschaften deutlich: Die AfD wurde überdurchschnittlich von Männern unterstützt, während das BSW mehr Frauen erreichte. Auf Grundlage der German Longitudinal Election Study (GLES) analysierte das Team die Wahlneigung für die beiden Parteien.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Gender Gaps durch Einstellungen zu genderbezogenen politischen Fragen erklären lassen. Ablehnende Haltungen gegenüber Gleichstellungspolitik sind häufiger mit Unterstützung der AfD verbunden, während Personen, die die Unterrepräsentation von Frauen im Parlament kritisch sehen, stärker zum BSW tendieren.

„Damit wird deutlich, dass genderbezogene Policy-Orientierungen durchaus die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen den Wählerschaften strukturieren“, sagte Haußmann. „Zwar beeinflussen die beiden Spitzenkandidatinnen die allgemeine Parteineigung.

Eine weibliche Parteispitze allein führt jedoch nicht dazu, dass der für rechtspopulistische Parteien typische Gender Gap verschwindet.“ Die Studie ist die erste wissenschaftliche Veröffentlichung des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsteams EtaPPP, das sich mit der Etablierung des BSW beschäftigt.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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