Nach Einschätzung der Bundesregierung hat sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland zur Jahresmitte „leicht aufgehellt“.
Die Eskalation des Krieges im Nahen Osten habe die Konjunktur im Frühjahr durch steigende Energiepreise und Lieferkettenstörungen belastet, doch jüngste Indikatoren deuteten auf eine vorsichtige Stabilisierung hin, heißt es im am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums für Juli. Die Mitte Juni erzielte Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran sowie der Rückgang der Ölpreise zur Erholung der Stimmung hätten dazu beigetragen. Zuletzt war diese Vereinbarung allerdings nicht mehr eingehalten worden. Das Ministerium verwies darauf, dass die Unsicherheit über den weiteren Konfliktverlauf hoch bleibe, und die erhöhten Energie- und Rohstoffpreise die Konjunktur im zweiten Quartal dämpfen könnten.
Die Industriekonjunktur stabilisierte sich zur Mitte des zweiten Quartals. Sowohl die Auftragseingänge als auch die Produktion waren gegenüber dem Vormonat aufwärtsgerichtet. Im Dreimonatsvergleich bewegten sie sich allerdings nur seitwärts. Angesichts der nach wie vor hohen geopolitischen Unsicherheit und Lieferengpässen bleiben die Aussichten für die Industriekonjunktur verhalten.
Die Inflationsrate fiel im Juni auf 2,3 Prozent, nach 2,6 Prozent im Mai. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel blieb mit 2,5 Prozent unverändert erhöht. Energie- und Nahrungsmittelpreissteigerungen trugen nur geringfügig zur Inflation bei. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit bewegte sich im Juni mit -1.000 Personen in etwa auf Vormonatsniveau. Die Erwerbstätigkeit nahm im Mai um 8.000 Personen ab, und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnete im April einen Rückgang um fünftausend Personen.
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