Kellner wirft Wirtschaftsministerin Reiche „Berater-Luxus“ vor

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, wirft Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) einen unnötigen Einsatz externer Berater vor. „Lieber den Mittelstand unterstützen als die Beraterindustrie“, sagte der frühere parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium dem Magazin Politico.

Er kritisierte, Reiche habe stattdessen die Mittelstandsförderung ZIM gekürzt und zugleich millionenschwere Beratungsaufträge ausgeschrieben. Die Begründung des Ministeriums, es fehle intern an Fachwissen, wies Kellner zurück. „Hier werden Beraterverträge für allgemeine Industriepolitik ausgeschrieben. Also da ist das Know-how nun wirklich im Ministerium vorhanden“, sagte er. Externe Beratung sei nur bei außergewöhnlichen Aufgaben sinnvoll gewesen – etwa beim Bau von LNG-Terminals oder der Verstaatlichung von Energieunternehmen.

Scharf kritisierte Kellner zudem den Umbau des Ministeriums unter Reiche. „Die hat flächendeckend fähige Beamte rausgeschmissen, unabhängig vom Parteibuch“, sagte er. Sie habe das Haus „ziemlich arbeitsunfähig runtergewirtschaftet“ und hole nun teure Berater ins Ministerium.

Auch das Sparversprechen der Koalition sieht Kellner gebrochen. „Sie hat gesagt, Beraterverträge wollen wir eindampfen. Jetzt werden sie ausgeweitet“, sagte er. Berater könnten zudem politische Konflikte innerhalb der Bundesregierung nicht lösen: „Wenn die Minister sich behaken, dann behaken die sich. Ich glaube nicht, dass da Beratung viel bringt.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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