Grünen-Chefin Brantner sieht Kabinettsumbildung als Chance für Kanzler Merz

Grünen-Chefin Franziska Brantner sieht in einer möglichen Kabinettsumbildung nach dem Rücktritt von Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) auch eine Chance für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

„Merz hat jetzt die Chance, sich im Kabinett zu befreien, von allen, die handwerkliche Schwächen haben und ideologisch verbohrt sind“, sagte Brantner am Sonntag im ARD-Sommerinterview. Das sei der Moment, Tabula rasa zu machen und zu sagen: „Wir gehen noch einmal neu los.“

Spahn war am Samstag von seinem Amt als Fraktionschef zurückgetreten. Er hatte mit der Bekanntgabe seiner Vaterschaft massive Kritik ausgelöst, weil er und sein Partner dabei offenbar auf eine Leihmutter im Ausland zurückgriffen, obwohl sich Spahn in Deutschland dafür eingesetzt hatte, das Modell Leihmutterschaft weiterhin zu verbieten.

Als möglicher Nachfolger wird Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) gehandelt. Das würde eine Umbildung im Bundeskabinett nötig machen. Merz schloss das am Sonntag im ZDF nicht aus. „Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken“, sagte der Kanzler.

Brantner bezeichnete den Rücktritt von Spahn als überfällig. Spahn habe schon in den letzten Jahren immer wieder an Glaubwürdigkeit verloren, sagte Brantner der ARD. „Es war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.“ Die Grünen-Chefin verwies auf die Maskenaffäre und sprach zudem von einer Nähe Spahns zu „Demokratiezerstörern“ im Umfeld von US-Präsident Donald Trump.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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