Steinmeier und Stubb: Helsinki-Prozess für den Nahen Osten – vertrauensbildende Konferenz nach Vorbild der 1970er Jahre

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Finnlands Präsident Alexander Stubb schlagen eine vertrauensbildende Konferenz für den Nahen und Mittleren Osten vor. Das Vorbild sei der sogenannte Helsinki-Prozess in Europa während der Blockkonfrontation in den Siebzigerjahren, schreiben die beiden Staatsoberhäupter in einem Gastbeitrag für die FAZ.

Damals sei es in einem „Klima des Misstrauens“ gelungen, „die ambitionierteste kooperative Sicherheitsinitiative des zwanzigsten Jahrhunderts“ zu erdenken. „Wir ziehen daraus eine einfache Lehre: Man braucht kein Vertrauen, um einen Prozess zu beginnen. Der Prozess selbst schafft Vertrauen“, so Steinmeier und Stubb.

Ihnen sei bewusst, dass der Nahe und Mittlere Osten mit seinen religiösen, ideologischen und ethnischen Bruchlinien heute weitaus komplexer sei als das Europa des Kalten Krieges. „Doch Komplexität war nie ein überzeugendes Argument gegen einen strukturierten Dialog – sie war stets das stärkste Argument dafür.“ In der Region, die meist durch ihre Gegensätze definiert werde, „liegen unter der Oberfläche erhebliche gemeinsame Interessen“. Auf diesen müsse aufgebaut werden, so die beiden Staatsoberhäupter.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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