Bericht: Mutmaßlicher CSD-Attentäter beklagte sich schon im Libanon über schlimme Haftbedingungen

Der mutmaßliche CSD-Attentäter soll im Sommer 2025 im Gefängnis im Libanon von Mitarbeitern der deutschen Botschaft in Beirut besucht worden sein. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf einen internen Behördenvermerk. Auch ein Verbindungsbeamter des Bundeskriminalamts soll demnach bei dem Besuch in Untersuchungshaft dabei gewesen sein.

Der Tatverdächtige bestritt damals Terrorpläne. Er habe nur „Bewunderung und Empathie“ für den „Islamischen Staat“ (IS). Ähnlich soll er sich später vor einem Militärgericht geäußert haben. Er habe die Videos der Terrormiliz nur aus Interesse angeschaut und „Mitleid“ mit deren Kämpfern gehabt, heißt es in dem Bericht.

Der mutmaßliche CSD-Attentäter beklagte sich laut der Unterlagen auch über die „schlimmen“ Haftbedingungen im Libanon: Er sitze mit anderen Gefangenen in einer sechs Quadratmeter kleinen Zelle und könne nur alle vier Tage duschen und die Kleidung wechseln. Das Essen habe er mehrfach verweigert.

Im Oktober 2025 verurteilte ihn das libanesische Militärgericht zu drei Monaten Gefängnis wegen „Anstiftung zu religiösen Konflikten“. Auch bei der Verhandlung soll laut „Spiegel“ eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft dabei gewesen sein. Zuvor hatte demnach offenbar eine deutlich höhere Haftstrafe von drei bis fünf Jahren wegen „Terrorismusfinanzierung“ im Raum gestanden. So sei es der deutschen Auslandsvertretung in Beirut mitgeteilt worden.

Der spätere Tatverdächtige kam auf freien Fuß. Laut „Spiegel“ brachte ihn sein Vater aus dem Libanon zurück nach Berlin. Dort nahmen ihn Polizisten im November 2025 am Flughafen fest. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte ihn später zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten zur „Vorbewährung“.

Am vergangenen Samstag soll der Verdächtigte einen Van angemietet haben und im Großen Tiergarten in eine Menschenmenge am Rande des CSD gefahren sein. Eine Frau starb, 31 weitere Menschen wurden verletzt. Dass der Verdächtigte der Täter war, gilt laut Behörden inzwischen als gesichert. Im Auto sollen die Ermittler Spuren seiner DNA und sein Handy gefunden haben. Darauf soll sich ein Video mit einem Treueschwur auf den IS befunden haben.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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