Verdi-Chef Werneke warnt vor wirtschaftlichen Folgen einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt

Verdi-Chef Frank Werneke hat eindringlich vor den Folgen einer möglichen AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt gewarnt.

„Eine rechtsextremistische Landesregierung wäre eine Katastrophe für unser gesamtes Land“, sagte Werneke dem „Handelsblatt“. Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus käme damit eine Partei in Regierungsverantwortung, „die die NS-Verbrechen relativiert“, gegen Migranten hetze und „erklärtermaßen Demokratie, Gewaltenteilung, freie Medien und Minderheitenrechte abschaffen will“.

Der Gewerkschaftschef erwartet auch erhebliche wirtschaftliche Folgen. Sachsen-Anhalt sei angesichts einer alternden Bevölkerung auf Zuwanderung von Fach- und Arbeitskräften angewiesen. Andernfalls seien wichtige Bereiche der Daseinsvorsorge, etwa das Gesundheitswesen, kaum aufrechtzuerhalten. „Wer wandert freiwillig in ein AfD-Bundesland ein?“, so Werneke. Die Folgen eines AfD-Wahlsiegs wären nach seiner Einschätzung weitreichend. Zu erwarten sei die Abwanderung „von Firmen, von Geld und von Arbeitskräften“. Wörtlich sagte Werneke: „Wer gehen kann, wird gehen. Und wer bleiben muss, wird darunter leiden.“

Mitverantwortung für den Aufstieg der AfD sieht der Verdi-Chef auch bei der Bundesregierung. In einer Zeit großer Verunsicherung durch Kriege, wirtschaftliche Unsicherheiten und Sorgen um Arbeitsplätze dominiere eine Reformdebatte, die „vorwiegend aus Kürzungslisten und Publikumsbeschimpfung besteht“. Eine populistische Partei wie die AfD könne daraus Kapital schlagen. „Die AfD ist nicht stark, schon gar nicht in ihrem Programm, sondern sie wird stark gemacht.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Junge Union warnt CDU vor „leichtfertigem Spiel“ bei der Rentenreform

    Die Junge Union warnt vor einem „leichtfertigen Spiel“ mit den schwarz-roten Rentenreformplänen und ermahnt die eigene Partei zu politischer Seriosität.„Bei allem Verständnis für Wahlkampf- und Parteiprofilierung: Bitte bleibt verantwortungsvoll und…

    Miersch offen für Debatte über Legalisierung von Leihmutterschaft – mit klaren Bedingungen

    SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat sich offen für eine Debatte über die Legalisierung der Leihmutterschaft gezeigt. Vorrangig sollten aus seiner Sicht jedoch Pflege und Adoption stärker gefördert werden: „Schon heute gibt…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert