Nach CSD-Anschlag: Grüne werfen Dobrindt mangelnde Aufklärung vor – offene Fragen zu Tatwaffe und Handy

Nach der Sondersitzung des Innenausschusses zum Anschlag auf den Berliner CSD haben die Grünen Aufklärung gefordert. Wesentliche Tatumstände seien bis heute nicht geklärt, sagte Konstantin von Notz, stellvertretender Grünen-Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe).

Dies betreffe unter anderem die vermeintliche Tatwaffe, eine Machete, die bisher nicht aufgefunden wurde. Auch das Haupthandy des Täters sei weiter verschollen, so von Notz. Die bisherigen Erkenntnisse der Auswertungen des im Fahrzeug aufgefundenen „neuen“ Handys seien nicht kommuniziert worden. Genauso bleibe weiterhin unklar, ob der Täter tatsächlich alleine handelte oder Unterstützung, gegebenenfalls auch aus dem Ausland, hatte.

Von Notz kritisierte, dass noch keine chronologische Aufstellung des Behördenhandelns vorgelegt wurde. Dass Minister Dobrindt eine solche umfassende chronologische Darstellung aller relevanten Vorgänge der beteiligten diversen Behörden dem Parlament nun zugesagt habe, begrüßten die Grünen. Man erwarte die schnellstmögliche Vorlage, forderte von Notz.

Ebenfalls unklar bleibe, ob und welche Erkenntnisse zur Gefährlichkeit des späteren Täters von den Sicherheitsbehörden gegenüber Gericht und Staatsanwaltschaft kommuniziert wurden, so von Notz. Auf mehrfache direkte Nachfrage habe der Innenminister dies noch immer nicht darlegen können.

„Nach der heutigen Sitzung ist völlig klar, dass die Aufklärung der genauen Hintergründe der Tat und des Behördenhandels weiter aufgeklärt werden müssen“, sagte der Grünen-Politiker. Dies diene nicht dazu, Schuld verteilen zu können, sondern um teils seit Jahren bekannte sicherheitspolitische Defizite endlich abzustellen und zukünftig solche Taten besser verhindern zu können.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    CSU-Rentenpolitiker Dorn: Abschaffung der Rente mit 63 ist zentral für Reform und Generationengerechtigkeit

    Der CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Dorn warnt mit Blick auf Äußerungen mehrerer Ministerpräsidenten davor, an der sogenannten Rente mit 63 festzuhalten.„Die Koalition ist sich einig, dass wir die Rentenreform umsetzen wollen –…

    Niedrigwasser auf dem Rhein: Ökonom Schaefer warnt vor steigenden Spritpreisen

    Die Niedrigpegel am Rhein haben das Potenzial, Benzin und Diesel weiter zu verteuern. „Hält das Niedrigwasser an, dürften Treibstoffe in einigen Regionen knapper werden. Dann steigen auch die Preise“, sagte…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert