SoVD warnt vor hohen Verwaltungskosten der „Frühstartrente“

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt vor hohen Verwaltungskosten der vom Kabinett beschlossenen „Frühstartrente“. „Dass Kinder früh beim Aufbau ihrer Altersvorsorge unterstützt werden sollen, ist grundsätzlich ein richtiger Ansatz“, sagte SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.

„Für ein staatlich gefördertes Modell muss aber gelten, dass möglichst viel von der Förderung tatsächlich bei den jungen Menschen ankommt und nicht Jahr für Jahr durch hohe Verwaltungs- und Vertriebskosten aufgezehrt wird, gerade wenn am Markt deutlich günstigere Produkte verfügbar sind.“ Wenn ohnehin eine öffentliche Verwaltung der Gelder vorgesehen seien, „sollte deshalb ein einfaches, transparentes und kostengünstiges öffentliches Standardprodukt eine zentrale Rolle spielen, statt neue Geschäftsmöglichkeiten für Banken und Versicherungen zu schaffen“, mahnt Engelmeier.

Der SoVD weist auch auf die grundsätzlichen Risiken einer kapitalgedeckten Altersvorsorge hin. „Entscheidend ist deshalb, dass die Frühstartrente nicht zum Einstieg in eine weitere Privatisierung der Alterssicherung wird. Für den SoVD muss die gesetzliche Rente das Fundament bleiben, sie muss gestärkt und zu einer Erwerbstätigenversicherung weiterentwickelt werden, private Vorsorge kann sie ergänzen, aber niemals ersetzen“, so die Vorsitzende.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Berliner CDU-Spitzenkandidat Evers hält an Forderung nach Schutz sexueller Identität im Grundgesetz fest

    Der Spitzenkandidat der CDU Berlin, Stefan Evers, will trotz der jüngsten Äußerungen von Unionsfraktionschef Thorsten Frei an seiner Forderung festhalten, den Schutz der sexuellen Identität im Grundgesetz zu verankern. Das…

    Reform der Nachrichtendienste: Datenschutzbeauftragte fordert Balance zwischen Sicherheit und Freiheit

    Angesichts der neuen Reform der Nachrichtendienste warnt die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider vor Freiheitseinschränkungen für unbeteiligte Bürger.„Die Reform schränkt Grundrechte in inakzeptabler Form ein“, sagte Specht-Riemenschneider der „Rheinischen Post“. Selbstverständlich müsse…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert