Bundeskanzler Merz empfängt Emirate-Präsident: Staatsbesuch in Berlin zu Wirtschaft und Nahost

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Donnerstagnachmittag den Staatspräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed Bin Zayid, im Bundeskanzleramt empfangen.

Im Vordergrund des Gesprächs würden unter anderem der Ausbau der strategischen Partnerschaft, die Vertiefung der bilateralen wirtschaftlichen Beziehungen sowie das gemeinsame Engagement für regionale Stabilität im Nahen und Mittleren Osten stehen, teilte das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung mit.

Mohammed Bin Zayid hält sich an diesem Tag auf Einladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Staatsbesuch in Berlin auf. Am Nachmittag hatte er bereits Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) getroffen.

Im Vorfeld des Besuchs hatte Human Rights Watch den Kanzler aufgefordert, die Rolle der Vereinigten Arabischen Emirate im Sudan offen anzusprechen. Die Menschenrechtsorganisation wirft den Vereinigten Arabischen Emirate vor, die Rapid Support Forces (RSF), eine der Konfliktparteien im seit April 2023 andauernden Krieg um die Kontrolle des Sudan, zu unterstützen. Die Organisation verwies auf einen Bericht der Vereinten Nationen, wonach die RSF für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie weitere schwere Übergriffe verantwortlich ist, die nach Einschätzung der UN-Ermittler „Merkmale eines Völkermords“ aufweisen.

Human Rights Watch dokumentiert seit Langem eine umfassende Repression kritischer Stimmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die weitreichenden Einschränkungen der Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sowie schwerwiegende Misshandlungen von Migranten, auch während des regionalen Konflikts mit Iran. Die emiratischen Behörden gehen demnach mit Strafverfolgung und langjährigen Haftstrafen gegen Dissidenten, Aktivisten und Regierungskritiker vor.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Nächtlicher Rückruf aus Washington: Trump und Merz beraten über Ukraine-Krieg

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat in der Nacht mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Das sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Freitag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur.Dabei ging es offenbar insbesondere um…

    Klimawandel 2026: Copernicus prognostiziert fast sichere Überschreitung der 1,5-Grad-Marke

    Das Jahr 2026 wird nach aktuellen Prognosen fast sicher die Marke von 1,5 Grad globaler Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit überschreiten.Das teilte der EU-Klimawandeldienst Copernicus mit. Es wäre das zweite…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert