Serap Güler geht von CDU-Stimmen bei Wahl von AfD-Politiker in Sachsen-Anhalt aus: „Brauchen wir nicht schönreden“

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Serap Güler geht davon aus, dass bei der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt auch CDU-Abgeordnete für ihn gestimmt haben. „Wenn von 14, die mitgemacht haben, am Ende fünf Enthaltungen die Urne aufmacht, wird der eine oder andere CDUler diese Entscheidung mitgetragen haben“, sagte Güler den Sendern RTL und ntv. „Ich glaube, das brauchen wir jetzt auch nicht schönreden.“

Es sei zwar eine demokratische Wahl gewesen, die zu akzeptieren sei. „Nichtsdestotrotz schmerzt es mich natürlich als CDUlerin, dass Mitglieder meiner Partei entgegen der Absprache, dass sie sich enthalten wollen, sehr anscheinend diesen Präsidenten mitgewählt haben“, sagte sie.

Güler erklärte, eine aktive Stimme für die AfD sei mit ihren christdemokratischen Werten nicht vereinbar. „Die CDU kann sagen: Wir respektieren das Ergebnis und kann sich enthalten. Aber eine aktive Stimme für einen AfD-Ministerpräsidenten, das noch mal ist für mich nicht vereinbar mit dem Verständnis von christdemokratischen Werten, wie ich sie habe.“ Auch mit Blick auf die anstehende Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt werde es vermutlich den einen oder anderen geben, der für die AfD stimmen wolle.

Mit Blick auf die vier zusätzlichen Stimmen für den AfD-Kandidaten, die über die Stimmen von AfD und BSW hinausgehen, hatte CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz zuvor auf einer Veranstaltung von „Handelsblatt“ und „Wirtschaftswoche“ vor „voreiligen Schlussfolgerungen“ und einer möglichen „False-Flag-Operation“ anderer Parteien gewarnt. 2021 hatte er dem „Spiegel“ noch gesagt, wenn „irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten“, dann stehe „am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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