Ukraine-Botschafter Makeiev kritisiert Schröder für Besuch bei Putin: „Tiefer kann man kaum sinken“

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, hat den Besuch von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) bei der Geburtstagsfeier von Russlands Präsident Wladimir Putin als widerlich kritisiert.

Es sei widerlich, dass ein Altkanzler den Kriegsverbrecher so herzlich umarme, sagte Makeiev dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe). „Und das ausgerechnet an dem Tag, an dem fünf Kinder in Pryluky durch eine russische Rakete in ihrem eigenen Zuhause getötet wurden.“ Diese Kinder würden nie wieder Geburtstag feiern können, wie auch die 35 Zivilisten in Kramatorsk, die am Donnerstag durch einen russischen Angriff getötet worden seien.

Die ganze Welt schaue mit Entsetzen auf diese Bilder. Und Schröder reise zur Geburtstagsparty des Mannes, der für all das verantwortlich sei, sagte Makeiev. Tiefer könne man kaum sinken.

Schröder müsse bei allen offiziellen und demokratischen Veranstaltungen endgültig zur persona non grata erklärt werden, sagte der Außenpolitiker Roderich Kiesewetter (CDU) dem „Tagesspiegel“. Wenn ein solches Treiben verharmlost, gerechtfertigt oder relativiert werde, zeige das, wie tief die Verklärung Moskaus in Teilen der deutschen Politik nach wie vor sitze.

Schröder verhalte sich seit Jahren wie ein Instrument Russlands und stelle dies nun erneut schamlos zur Schau, sagte Kiesewetter. Wer „mit dem Kriegsverbrecher Putin Geburtstag feiere, während russische Raketen täglich ukrainische Städte terrorisierten und unschuldige Zivilisten ermorden, macht sich an diesem Vernichtungskrieg mitschuldig“.

Kiesewetter nannte es unerträglich, dass „ein fehlgeleiteter deutscher Altkanzler, dem persönlicher Profit und russisches Geld offenbar wichtiger sind als das Wohl unseres Landes und die europäische Sicherheitsordnung, eine Nebenaußenpolitik betreibt“. Dieses Verhalten schade deutschen und europäischen Interessen massiv und sorge bei den Partnern – insbesondere im Baltikum, in der Ukraine, in Polen und in Nordeuropa – „für tiefes und berechtigtes Misstrauen gegenüber der Verlässlichkeit Deutschlands“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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