Debatte um Steinmeier-Nachfolge: CSU positioniert Ilse Aigner als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt

Vor dem Parteitag in München am kommenden Wochenende setzt die CSU in der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier offensiv auf die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als Kandidatin für das höchste Staatsamt. Parteichef Markus Söder wolle in seiner Rede Aigner offensiv als Kandidatin für das höchste Staatsamt positionieren, berichtet die „Bild am Sonntag“.

Unterstützung für Aigner kommt auch aus Brüssel. EVP-Chef Manfred Weber (CSU) sagte der Zeitung, Aigner sei eine einzigartige Persönlichkeit. Sie höre Menschen zu und nehme sie ernst. Man brauche jetzt keine langen Personaldebatten, sondern Klarheit. Man stehe geschlossen hinter ihr.

Sollte die Bundesversammlung am 30. Januar Aigner wählen, wäre dies eine doppelte Premiere: Bisher gab es weder eine Frau noch ein CSU-Mitglied im höchsten Staatsamt.

Der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz will sich laut Bericht bei der nächsten Präsidiumssitzung der CDU Anfang November zur Personalie Bundespräsident äußern. In Parteikreisen heißt es, dass die Ambitionen des hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein nicht unterschätzt werden dürften. Zudem fallen die Namen der Chefin der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, sowie des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Di Fabio.

Der SPD ist nach Informationen der „Bild am Sonntag“ vor allem wichtig, dass eine Frau das Amt übernimmt. Aus der Partei verlautete, dass Aigner ein schnelles Ja der SPD-Führung erhalten würde, wohingegen Di Fabio auf ein schnelles Nein stoßen dürfte.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild am Sonntag“ wünschen sich 28 Prozent der Deutschen eine Frau als Staatsoberhaupt, 10 Prozent nicht und für 55 Prozent ist das Geschlecht egal. Ilse Aigner halten 27 Prozent der Befragten für geeignet, 30 Prozent nicht. 43 Prozent haben noch keine Meinung. Bei den Unions-Wählern steht Aigner höher im Kurs: 47 Prozent halten sie für präsidiabel, 22 Prozent nicht.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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