Dax verliert weiter: 25.000er-Marke im Blick – Druck durch Geopolitik, Inflation und KI-Zweifel

Der Dax ist am Dienstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiter im roten Bereich geblieben. Gegen 12:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit 25.140 Punkten berechnet, ein Minus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Schlussniveau des vorherigen Handelstags. An der Spitze der Kursliste rangierten FMC, Qiagen und Eon, am Ende Siemens, Vonovia und Hochtief.

„Der Dax verliert weiter an Boden und nähert sich wieder der 25.000-Marke“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Die Anleger in Frankfurt bleiben angesichts der geopolitischen Spannungen in Europa, der Ukraine und im Nahen Osten in der Defensive. Gleichzeitig wachsen die Zweifel an den hohen Bewertungen im KI-Sektor.“ Solange sich diese Belastungsfaktoren gegenseitig verstärken, dürfte es dem deutschen Leitindex schwerfallen, einen tragfähigen Kursboden auszubilden.

Zusätzlichen Gegenwind liefern die erneut gestiegenen deutschen Erzeugerpreise. „Sie zeigen, dass der Inflationsdruck keineswegs überwunden ist und die Europäische Zentralbank möglicherweise länger an einer restriktiven Geldpolitik festhalten muss“, so Lipkow. „Ähnliche Risiken bestehen in den USA. Steigende Kosten, hartnäckige Inflation und die Aussicht auf länger hohe Zinsen sind eine unangenehme Kombination für die Aktienmärkte, insbesondere für hoch bewertete Wachstumsunternehmen.“

Die Börsen müssten derzeit die Übertreibungen der vergangenen KI-Euphorie verdauen, fügte der Analyst hinzu. „Auf den Rausch folgt jetzt der Kater, und die Ausnüchterungsphase könnte noch einige Handelstage andauern.“ Die Anleger stellten zunehmend die Frage, ob die gewaltigen Investitionen in künstliche Intelligenz die hohen Erwartungen tatsächlich rechtfertigten. „Erst wenn Bewertungen und Gewinnerwartungen wieder besser zusammenpassen, dürften sich nachhaltige Kaufgelegenheiten ergeben.“

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1216 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8916 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 111,20 US-Dollar; das waren 1,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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