Ramona Pop (vzbv) fordert strengere Regulierung digitaler Plattformen und KI-Chatbots: Schädliche Designs für Kinder abschalten

Die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), Ramona Pop, hat die Politik zu einer strengeren Regulierung digitaler Plattformen aufgerufen. „Aus unserer Sicht sollten Plattformen, KI-Chatbots und Messengerdienste von vornherein sicher gestaltet sein, und zwar für alle“, sagte Pop der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe).

„Schädliche Designs, etwa endloses Scrollen, sollten für Kinder und Jugendliche grundsätzlich abgeschaltet werden“, so die VZBV-Chefin weiter. Erwachsene sollten dann selbst entscheiden können, ob sie bestimmte Funktionen freischalten möchten. „Denn wir brauchen Sicherheit als Grundstandard, nicht als Zusatzoption“, sagte Pop.

Altersgrenzen seien hingegen nicht ausreichend. „Sie lassen sich umgehen. Wenn das eigentliche Problem im Geschäftsmodell liegt, das auf Nähe und Vertrauen setzt, um möglichst sensible Daten abzufragen und gefährdende Ratschläge zu geben, dann muss man genau dort ansetzen“, hob die VZBV-Chefin hervor.

Zudem forderte sie die Politik dazu auf, Plattformen stärker für Inhalte von Nutzern haftbar zu machen. Bisher beriefen sich „Anbieter auf das sogenannte Plattformprivileg, nach dem die Betreiber nicht für Inhalte haften“, weil sie von Nutzern stammten. „Dieses Argument gerät aber ins Wanken, seit klar ist, dass Algorithmen genau steuern, was wir zu sehen bekommen“, sagte Pop der „Rheinischen Post“. Deshalb halte man es „für richtig, dass Plattformen für das, was sie ausspielen, Verantwortung übernehmen und auch haften.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    ABB-Chef Morten Wierod warnt vor Jobverlusten in Europa und zweifelt an schneller Umsetzung der Reformen in Deutschland

    Der Chef des Schweizer Industriekonzerns ABB, Morten Wierod, zweifelt an der Reformfähigkeit Deutschlands und warnt vor einem Verlust von Arbeitsplätzen in Europa. Zwar erkenne die Politik inzwischen die wirtschaftlichen Probleme…

    Tui-Chef Sebastian Ebel sieht nach Unfall der „Mein Schiff 3“ keine langfristigen Folgen für das Kreuzfahrtgeschäft

    Nach dem Unfall des Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff 3“ in Bremerhaven erwartet Tui-Chef Sebastian Ebel keine langfristigen Folgen für das Kreuzfahrtgeschäft des Reisekonzerns. „Die Nachfrage ist unverändert hoch“, sagte Ebel den…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert