Klimaziele 2040 und 2045 in Gefahr: Deutschland droht Scheitern

Deutschland droht seine Klimaziele sowohl für 2040 als auch für 2045 zu verpassen. Das geht aus dem Klimaschutzbericht 2025 der Bundesregierung hervor, über den das Nachrichtenmagazin Politico berichtet. „Die bisher beschlossenen Maßnahmen sind für das Erreichen dieser Ziele nicht ausreichend“, heißt es dort.

Mittelfristig liegt Deutschland über alle Sektoren hinweg im Soll. „Werden die bisher beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt, können die im Klimaschutzgesetz vorgegebenen Jahresemissionsgesamtmengen 2021 bis 2030 eingehalten werden“, so der Bericht.

Die Sektoren Verkehr und Gebäude verfehlen die Ziele jedoch auch in diesem Zeithorizont. Im Bereich Verkehr ist zwar „ein kontinuierlicher und deutlicher Rückgang“ erkennbar. Das Ausgangsniveau sei allerdings sehr hoch. „Es ist weiterhin keine Trendwende im Sinne einer beschleunigten Minderung zu erkennen“, heißt es dazu.

Im Gebäudesektor gehen die Autoren bei der Projektion bis 2045 davon aus, dass über elf Millionen Gebäude durch Wärmepumpen versorgt und circa 3,5 Millionen Gebäude an Wärmenetze angeschlossen sind. „Jedoch ist die Entwicklung zu langsam, um die Ziele für 2030 oder 2045 rechtzeitig zu erreichen“, so das Fazit.

Die Emissionen im Sektor Industrie stiegen 2024 im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,1 Prozent. Gründe waren eine Erholung der Produktion bei Rohstahl und Ammoniak. Dennoch erfüllte die Industrie 2024 dem Klimaschutzbericht zufolge das Sektorziel. Bis 2030 wird sogar eine Übererfüllung erwartet – ähnlich wie in Land- und Abfallwirtschaft. Der positive Trend verlangsamt sich laut des Berichts ab 2030. Auch die Industrie werde das Klimaziel 2045 verpassen. Als Gründe nennt der Bericht erwartete Emissionen durch Industriekraftwerke und Prozesswärme.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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