Die Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Jeannine Rösler, hat anlässlich des Tags der Deutschen Einheit vor einer wachsenden Entfremdung zwischen Ost- und Westdeutschen gewarnt. Sie verwies auf eine aktuelle Umfrage, nach der nur 35 Prozent der Befragten meinen, dass Deutschland zu einer gesamtdeutschen Gesellschaft zusammengewachsen sei.
In den ostdeutschen Bundesländern überwiege bei drei von vier Menschen sogar das Trennende.
Rösler kritisierte die anhaltenden gravierenden Unterschiede zu Lasten des Ostens. Geringere Löhne bei längeren Arbeitszeiten, weniger Urlaubsgeld, deutlich weniger Ersparnisse und Unterrepräsentanz in Führungspositionen seien nach wie vor die Realität in Ostdeutschland.
Diese Ungerechtigkeiten führten nicht nur zu Unzufriedenheit, sondern seien auch Ursachen für Ängste und Vertrauensverlust in die Demokratie.
Die Linken-Politikerin forderte eine Gesamtstrategie der Bundespolitik zum Abbau von Benachteiligungen. Zugleich warnte sie vor rechtsextremen Kräften, die mit Hass und Ausgrenzung die Gesellschaft spalten wollten.
Die Lehre aus 35 Jahren Einheit sei, dass nur Zusammenhalt, Gerechtigkeit und Respekt für die Lebensleistungen aller Menschen in Ost und West das demokratische Miteinander sichern könnten.
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