Caritas warnt vor massiven Problemen für ukrainische Geflüchtete durch geplanten Rechtskreiswechsel

Die Caritas hat vor einer deutlichen Verschlechterung der Integration in den Arbeitsmarkt für geflüchtete Ukrainer durch den von der Bundesregierung geplanten Rechtskreiswechsel ins Asylbewerberleistungsgesetz gewarnt.

„Der geplante Rechtskreiswechsel in das Asylbewerberleistungsgesetz wird die Arbeitsmarktintegration der Geflüchteten massiv erschweren“, sagte Oliver Müller, Vorstand für Migration, Internationales und Katastrophenhilfe des Deutschen Caritasverbands, den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. „Bewährte Förderstrukturen der Jobcenter entfallen, ohne dass dafür adäquater Ersatz vorgesehen ist. Im Gesundheitsbereich drohen Versorgungsabbrüche.“

Hintergrund sind die Pläne der schwarz-roten Bundesregierung, dass seit dem 1. April 2025 eingereiste Ukrainer wieder die geringeren Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz statt Bürgergeld oder Sozialhilfe erhalten sollen. Am Montagnachmittag ist eine öffentliche Anhörung im dazu zuständigen Arbeits- und Sozialausschuss des Bundestags geplant.

Müller kritisierte auch die Einschränkung der Integrationskurse durch das Bundesinnenministerium: „Zusätzlich macht der Zulassungsstopp zu kostenlosen Integrations- und Deutschkursen den Zugang zum Spracherwerb unter diesen Bedingungen nahezu unmöglich, obwohl Kenntnisse der deutschen Sprache die zentrale Voraussetzung für Beschäftigung und Teilhabe sind. Wir fordern deshalb, den Zulassungsstopp bei den Integrationskursen zurückzunehmen. Auf dem Spiel steht die enorme bisherige Integrationsleistung – sowohl auf Seiten der Geflüchteten als auch von uns als Gesellschaft.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    ABB-Chef Morten Wierod warnt vor Jobverlusten in Europa und zweifelt an schneller Umsetzung der Reformen in Deutschland

    Der Chef des Schweizer Industriekonzerns ABB, Morten Wierod, zweifelt an der Reformfähigkeit Deutschlands und warnt vor einem Verlust von Arbeitsplätzen in Europa. Zwar erkenne die Politik inzwischen die wirtschaftlichen Probleme…

    Tui-Chef Sebastian Ebel sieht nach Unfall der „Mein Schiff 3“ keine langfristigen Folgen für das Kreuzfahrtgeschäft

    Nach dem Unfall des Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff 3“ in Bremerhaven erwartet Tui-Chef Sebastian Ebel keine langfristigen Folgen für das Kreuzfahrtgeschäft des Reisekonzerns. „Die Nachfrage ist unverändert hoch“, sagte Ebel den…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert