Handwerk fordert Stopp der 1.000-Euro-Entlastungsprämie wegen sozialer Ungerechtigkeit

Angesichts der scharfen Kritik aus der Wirtschaft fordert der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Bundesregierung auf, die Pläne für eine Entlastungsprämie über 1.000 Euro je Arbeitnehmer sofort wieder zu stoppen.

Der „Bild-Zeitung“ sagte ZDH-Präsident Jörg Dittrich, es wäre gut, „der Staat würde diese unredliche Idee schnellstens wieder einkassieren und durch einen anderen Vorschlag ersetzen“. Ziel müssten Maßnahmen sein, die „endlich Entlastung für Leistungsträger bringen“.

Dittrich beklagte: „Diese Prämie ist sozial ungerecht und wirtschaftspolitisch falsch. Der Staat wälzt damit nicht nur die Verantwortung auf die ohnehin stark belasteten Betriebe ab. Sie ist auch dazu geeignet, den sozialen Zusammenhalt in unserem Land zu beeinträchtigen. Das ist das letzte, was wir jetzt brauchen.“

Es gehe nicht darum, ob man die 1.000 Euro zahlen wolle, sondern ob man zahlen könne. „Viele Handwerksbetriebe stehen unverschuldet mit dem Rücken zur Wand, obwohl sie fleißig und innovativ arbeiten. Wie schwierig die aktuelle Lage ist, sieht man auch an den Absagen von Vertretern der öffentlichen Hand wegen fehlender Finanzierungsmöglichkeiten. Es droht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen denen, die zahlen, und denen, die es einfach nicht können. Das produziert Enttäuschungen bei Beschäftigten und Frustration bei Betriebsinhabern. Das sehen wir auch an der zunehmend aufgeheizten Debattenlage.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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