Die Bundeswehr hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres bundesweit mehr als 2.000 Schulbesuche absolviert.
Das geht aus Antworten des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, über die die „Rheinische Post“ (Dienstag) berichtet. Demnach gab es im ersten Quartal insgesamt 2.013 Bundeswehr-Auftritte an Schulen, weitere waren zu diesem Zeitpunkt schon geplant.
Die mit Abstand meisten Schulbesuche gab es in Bayern, wo die Bundeswehr 562 Auftritte absolvierte. Das waren rund halb so viele wie im gesamten Jahr 2025, als die Bundeswehr etwas mehr als 1.100 Auftritte im Freistaat zählte. Ebenfalls vergleichsweise häufig schaute die Bundeswehr im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen vorbei, wo 291 Termine stattfanden. Niedersachsen (269) und Baden-Württemberg (219) folgen auf den Plätzen drei und vier. Bundesweit fanden weitere 20 Auftritte an Hochschulen statt.
Zwar darf die Bundeswehr Schulen besuchen und über Sicherheitspolitik sprechen, es ist ihr aber grundsätzlich nicht erlaubt, aktiv für den Dienst zu werben. Schon in den vergangenen Jahren war die Zahl der Schulbesuche der Bundeswehr stark gestiegen.
Die Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke, bildungspolitische Sprecherin der Linken, kritisierte die Entwicklung. „Aller Beteuerungen des Verteidigungsministeriums zum Trotz wird durch die Zahlen deutlich, dass eine Rekrutierungsabsicht nicht wegzureden ist“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Gohlke fügte hinzu: „Uniformierte Jugendoffiziere an Schulen sowie Karriereberater sind strategische Mittel, um Minderjährige an das Militär zu gewöhnen.“
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