Dax steigt trotz negativer ZEW-Konjunkturerwartungen

Der Dax hat sich am Dienstag nach einem bereits freundlichen Start bis zum Mittag weiter im grünen Bereich gehalten. Gegen 12:30 Uhr wurde der Index mit rund 24.555 Punkten berechnet, dies entspricht einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag. An der Spitze der Kursliste rangierten RWE, Merck und die Allianz, am Ende Beiersdorf, MTU und Airbus.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hatte zuvor einen weiteren Einbruch mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren gemeldet. „Ein erneuter Rückgang wurde erwartet, dass er so deutlich ausfallen wird, überrascht dann aber doch“, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.

„Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass deutliche Rückgänge der ZEW-Konjunkturerwartungen nach Schocks nichts Unübliches sind.“ Auch nach Bekanntgabe der reziproken US-Zölle im April des vergangenen Jahres sei das Mannheimer Konjunkturbarometer um mehr als 60 Punkte zurückgegangen – um nur kurze Zeit später deutlich zu steigen. „Richtig ist, dass der Konflikt im Persischen Golf und die gestiegenen Ölpreise nicht spurlos an der deutschen Wirtschaft vorübergehen werden.“ Die höheren Energiekosten schmälerten das Budget der privaten Haushalte, worunter der private Konsum leide. „Aber auch die Industrie ist von höheren Energiekosten direkt und indirekt betroffen. Wie stark die Wachstumsrückgänge ausfallen werden, hängt entscheidet davon ab, wie lang die Ölpreise auf erhöhtem Niveau bleiben“, so Gitzel.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1759 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8504 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 94,75 US-Dollar; das waren 73 Cent oder 0,8 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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