Chase-Start in Deutschland: JP Morgan will mit Tagesgeld-Angebot Millionen Privatkunden gewinnen

Das US-Institut JP Morgan will mit seiner Onlinebank Chase in Deutschland zu einem führenden Anbieter im Privatkundengeschäft aufsteigen. „Wir investieren in eine Technologieplattform für Millionen von Kunden“, sagte Chase-Deutschland-Chef Daniel Llano dem „Handelsblatt“. Chase werde in der Bundesrepublik ein Anbieter mit vergleichsweise niedrigen Gewinnmargen sein, daher müsse das Institut seine Kundenbasis skalieren. „Wir sind fest entschlossen, uns hier als eine führende Bank im Privatkundengeschäft zu etablieren“, so Llano.

Chase ist am Mittwoch mit einem Tagesgeldangebot gestartet und wirbt dabei mit vier Prozent Zinsen auf Tagesgeld in den ersten vier Monaten. „Wir müssen den Menschen einen Anreiz geben, Chase auszuprobieren. Dabei hilft ein attraktiver Zinssatz“, sagte Llano. Die Marken Chase und JP Morgan seien in den USA und Großbritannien sehr bekannt, aber bisher nicht bei deutschen Privatkunden. „Das Angebot ist daher auch ein Signal: Wir wollen Kunden gewinnen und Vertrauen aufbauen“, sagte der Manager.

Bis Ende 2028 will Chase sein Angebot ausbauen. „Als Nächstes wollen wir ein Girokonto und ein Wertpapierangebot einführen, danach Kredite“, kündigte Llano an. Dabei wolle man keine Standardlösungen anbieten, sondern Angebote, mit denen man sich im deutschen Markt differenzieren könne. Bei den Darlehen gehe es um Konsumentenkredite, etwa für Autos oder Renovierungen. Aktuell liege der Fokus von Chase vollständig auf Deutschland, sagte Llano. „Perspektivisch werden wir eine Expansion in weitere europäische Märkte prüfen, aber sicher noch nicht 2027.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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