Forsa-Umfrage: 85 Prozent der Deutschen fordern besseren Diskriminierungsschutz

Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa einen stärkeren Schutz gegen Diskriminierung. 85 Prozent der Befragten wünschen sich eine Verbesserung des rechtlichen Schutzes vor Diskriminierung, berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe) vorliegt.

88 Prozent stimmten der Aussage zu, dass es flächendeckend Beratungsstellen für von Diskriminierung Betroffene geben sollte. 82 Prozent sprachen sich für längere Fristen aus, um gegen Benachteiligung vorzugehen. Für die Einführung eines Verbandsklagerechts, um Betroffene vor Gericht zu vertreten, votierten ebenfalls 82 Prozent. An der Umfrage nahmen 3.500 Personen zwischen dem 12. Februar und dem 16. März teil.

„Nirgendwo sind Menschen bei Diskriminierung so sehr auf sich allein gestellt, wie in Deutschland“, sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Ferda Ataman, den Zeitungen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) werde in diesem Sommer 20 Jahre alt, so Ataman. Es sei höchste Zeit für eine grundlegende Reform, die noch dazu den Rückhalt der Mehrheit der Bevölkerung finde.

Verbände oder Antidiskriminierungsstellen könnten in Deutschland weder klagen noch Betroffene vor Gericht unterstützen. Auch andere Möglichkeiten der Unterstützung fehlten der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, wie Auskunftsansprüche und vorgerichtliche Entscheidungen.

Am Donnerstag debattiert der Bundestag in erster Lesung über die Reform des AGG. Sie soll von Diskriminierung Betroffenen länger Zeit geben, ihre Ansprüche geltend zu machen. Die Frist soll von zwei auf vier Monate verlängert werden. Auch soll der Schutz vor sexueller Belästigung ausgeweitet werden. Er soll künftig nicht nur auf den Arbeitsplatz beschränkt sein, sondern etwa auch im Fitnessstudio und in der Fahrschule gelten.

Ataman reicht das nicht. Sie rief die Abgeordneten bei der Reform zu „mehr Mut“ auf.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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