Bildungsbericht 2026: Immer mehr Schüler verfehlen grundlegende Kompetenzstandards

Das deutsche Bildungssystem kommt trotz zahlreicher Reformen kaum voran. Das ist das zentrale Ergebnis des nationalen Bildungsberichts „Bildung in Deutschland 2026“, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach verfehlen immer mehr Schüler grundlegende Kompetenzstandards und soziale Ungleichheiten im gesamten Bildungsverlauf bleiben bestehen. Gleichzeitig bringen Zuwanderung, Inklusion, Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel zunehmende Herausforderungen mit sich, die sich in allen Bildungsbereichen überlagern und verstärken.

Im Bericht wird deutlich, dass zentrale Grundlagen für die Kompetenzentwicklung bereits in den ersten Lebensjahren gelegt werden. Unterschiede zwischen den Bundesländern zeigen sich insbesondere bei der Erfassung des Sprachstands und den daraus folgenden Fördermaßnahmen. Während die Mathematik-Leistungen der Grundschüler stabil blieben, gab es im Sekundarbereich I Rückgänge. Zudem verfehlte 2024 knapp ein Viertel der Schüler, die mindestens den mittleren Schulabschluss anstrebten, den Mindeststandard in Mathematik. Auch bei den computer- und informationsbezogenen Kompetenzen gelten inzwischen mehr als 40 Prozent der Achtklässler als kompetenzschwach. Zugleich ist der Anteil der Jugendlichen, der die allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlässt, weiter gestiegen – auf rund acht Prozent.

Der Fachkräftemangel verschärft sich derweil weiter. Obwohl 2024 rund 2,9 Millionen Menschen und damit etwa 21 Prozent mehr als 2014 im formalen Bildungssystem tätig waren, bestehen in mehreren Bildungsbereichen erhebliche Engpässe. Besonders im Schulbereich hat sich der Anteil der Lehrkräfte ohne anerkannte Lehramtsqualifikation nahezu verdoppelt. „Der Fachkräftemangel ist nicht nur ein Mengenproblem“, sagte Kai Maaz, Sprecher der Autoren des nationalen Bildungsberichts. „Entscheidend ist ebenso die Qualifizierung, langfristige Bindung und der wirksame Einsatz vorhandener Fachkräfte.“

Der nationale Bildungsbericht wird alle zwei Jahre auf Basis von amtlichen Statistiken sowie sozialwissenschaftlichen Daten und Studien erstellt. Als zentrale Bestandsaufnahme des Bildungswesens analysiert er langfristige Entwicklungen und soll Herausforderungen sichtbar machen.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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