Esma: Risiko von Kurseinbrüchen trotz Friedensvertrag zwischen USA und Iran hoch

Die EU-Finanzmarktaufsicht Esma sieht trotz des angekündigten Friedensvertrags zwischen den USA und dem Iran die Gefahr von Einbrüchen an den Börsen.

Esma-Chefin Verena Ross sagte dem „Handelsblatt“, durch den Irankrieg und die gestiegenen Energiepreise seien die Risiken an den Märkten nochmals gestiegen. Die Lage sei hochvolatil. Es gebe berechtigte Zweifel, ob die Märkte die längerfristigen Effekte des Krieges schon eingepreist hätten, etwa seine Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die Inflation.

Zudem gebe es strukturelle Gefahren wie Cyberrisiken und die Probleme am privaten Kreditmarkt. Das sorge für große Unsicherheit, sagte Ross. „Das Risiko von Rückschlägen an den Märkten ist hoch.“ Ross reiht sich damit ein in die wachsende Riege hochrangiger Aufseher, die zuletzt mit deutlichen Worten vor einem Kurseinbruch gewarnt haben, darunter EZB-Vizepräsident Luis de Guindos und Bafin-Chef Mark Branson.

Der private Kreditmarkt sei in den USA deutlich größer, allerdings sei er auch in der EU stark gewachsen, so Ross. Weltweit hätten einige private Kreditfonds Bewertungen herabgesetzt und Ausschüttungen begrenzt oder ganz untersagt. „Die entscheidende Frage ist nun, ob es sich um eine normale Marktkorrektur handelt oder den Beginn einer größeren Krise, bei der mehr Fonds in Schwierigkeit geraten und dann eine Schneeballreaktion auslösen könnten“, sagte Ross. Diese Frage könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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