Ehemalige „Rentenrebellen“ der Union: Zustimmung zu Merz` Rentenpaket zeichnet sich ab

Unter den jüngeren Bundestagsabgeordneten der Union, die im vergangenen Herbst gegen das erste „Rentenpaket“ der schwarz-roten Koalition mobil gemacht hatten, zeichnet sich eine Zustimmung zu den Empfehlungen der Rentenkommission ab, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Gänze übernehmen will.

„Mit dem Paket der Kommission kommt die Rentenpolitik in Deutschland in der demografischen Realität an“, sagte der Haushaltspolitiker Yannick Bury (CDU) dem „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe). Er verwies auf die Stärkung des sogenannten „Nachhaltigkeitsfaktors“, die Koppelung des Renteneintritts an die Lebenserwartung und den Einstieg in die Kapitaldeckung.

Natürlich hätte er sich mit Blick auf den Haushalt auch eine noch schnellere Finanzwirkung vorstellen können, aber der Kompromiss sei gut, es gehe schließlich darum, Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit zusammenzubringen, so Bury. Zum ersten Mal seit den Nullerjahren würden alle Generationen in den Blick genommen mit „Verlässlichkeit für Rentner und Belastungsgrenzen für die junge Generation“.

Der nordrhein-westfälische Abgeordnete Nicklas Kappe sprach ebenfalls von einem zustimmungsfähigen Maßnahmenbündel. Er hätte sich noch weitreichendere Reformen vorstellen können, aber wer das Paket aufschnüre, riskiere die richtigen Schritte, die es jetzt dringend brauche. Die Kommission habe den „Finger in die Wunde“ gelegt und eine „unbequeme Wahrheit“ ausgesprochen. „Eine höhere Lebenserwartung muss auch eine längere Lebensarbeitszeit bedeuten“, forderte er. Die Koalition müsse das Rentensystem jetzt schrittweise krisenfest machen, sonst „krachen wir sehenden Auges vor die demografische Wand der 2030er- und 2040er-Jahre“, behauptete er.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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