Bundespolizei zerschlägt Hawala-Banking-Netzwerk in Hagen

Die Bundespolizei hat ein illegales Finanztransfernetzwerk zerschlagen, das der Schleuserkriminalität diente. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurde ein 45-jähriger syrischer Staatsangehöriger am Samstagin Hagen festgenommen.

Gegen ihn lag ein Haftbefehl des Amtsgerichts Hagen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, der Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vor.

Der Mann soll als sogenannter Hawaladar agiert haben. Er nahm nach Angaben der Ermittler Schleuserlöhne entgegen und transferierte diese außerhalb des regulären Bankwesens an andere Hawaladare im europäischen und außereuropäischen Ausland.

Die Festnahme erfolgte auf frischer Tat, als der Beschuldigte Bargeld bei einer Scheinfirma abgeben wollte. Bei zeitgleichen Durchsuchungen in Hagen, Stadtlohn, Steinheim und Gescher stellten die Beamten 13.300 Euro Bargeld sowie Datenträger und Mobiltelefone sicher.

Das Hawala-System ist ein jahrhundertealtes, auf Vertrauen basierendes Transaktionssystem aus dem arabischen Raum.

Es funktioniert über Agenten, die Geldbeträge entgegennehmen und andere Hawala-Banker zur Zahlung an den Empfänger anweisen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hagen und des Bundespolizeipräsidiums dauern an.

Der Fall geht auf ein vorangegangenes Verfahren zurück, bei dem ein 33-jähriger Beschuldigter seine Schleusergeschäfte über den nun Festgenommenen abwickelte.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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