Wirtschaftsministerin Reiche treibt Rechenzentren in Deutschland voran – Netzagentur soll Anschlussregime ändern

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will Rechenzentren schneller ans Netz schließen.

„Künftig können Netzbetreiber Rechenzentren an besonders geeigneten Stellen prioritär anschließen“, sagte Reiche dem „Stern“. Deutsche Unternehmen bauten bereits „die effizientesten Rechenzentren der Welt, und zwar mit europäischer Technologie“. Nur warteten diese leider zu lange auf einen Netzanschluss. Geschwindigkeit sei beim Aufbau von souveräner Rechenleistung „überragend wichtig“. Die Netzagentur werde das Anschlussregime entsprechend ändern.

Die Maßnahme sei Voraussetzung dafür, dass Deutschland eine Schlüsselrolle bei der Nutzung industrieller „Künstlicher Intelligenz“ spielen könne, so Reiche. Deutschland verbinde industrielle Stärke mit wissenschaftlicher Exzellenz. „Wenn wir diese Stärke gezielt nutzen, können wir in vielen Bereichen wieder an die Spitze kommen – im Maschinenbau, in der Chemie, in der Medizintechnik, in der Robotik und in der Mobilität“, sagte Reiche.

Außerdem prüfe sie gerade, ob auch Rechenzentren vom Industriestrompreis profitieren könnten. Dafür brauche sie die Unterstützung Brüssels.

Die Ministerin, erklärte zugleich, dass Rechenzentren, Wärmepumpen und E-Autos bis 2035 „deutlich mehr Strom benötigten“. Die Bundesnetzagentur beziffert die Stromlücke auf bis zu 36 GW gesicherte Leistung. Reiche bekräftigte, dass das Ministerium in diesem Jahr neue Gaskraftwerke mit steuerbarer Leistung ausschreiben werde. Dies war bereits für Ende des vergangenen Jahres geplant gewesen. Ab dem kommenden Jahr kämen außerdem „technologieoffen andere steuerbare Kapazitäten“ hinzu. Zudem würden auch Erneuerbare Energien dort weiter ausgebaut, wo das Netz aufnahmefähig sei.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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