Krankenkassen-Reform: Linke reicht Klage in Karlsruhe ein und kritisiert Hauruck-Verfahren

Die Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Heidi Reichinnek, hat das Vorgehen von CDU/CSU und SPD bei der Krankenkassenreform scharf kritisiert. „Wenn uns so kurzfristig 279 Seiten mit Änderungsanträgen vorgelegt werden – darunter Anträge über Milliardenbeträge – und die Regierung es selbst nicht schafft, alle von ihr geplanten Änderungen bis zur Abstimmung vorzulegen, ist das kompletter Irrsinn“, sagte Reichinnek dem Nachrichtenportal „T-Online“.

Eine sachgerechte Prüfung sei so unmöglich und wohl auch nicht gewünscht. „Durch dieses Hauruck-Verfahren wird es Versicherten und Beschäftigten im Gesundheitswesen sehr schwer gemacht, diese krasseste Kürzungsreform seit Jahrzehnten vor dem Bundestagsbeschluss umfassend zu bewerten“, erklärte Reichinnek. Wenn die Meinung der Betroffenen die Bundesregierung gar nicht mehr zu interessieren scheine, habe man ein massives Demokratieproblem.

„Die Bundesregierung will ein Gesetz mit offensichtlich katastrophalen Folgen für die Gesundheitsversorgung durch den Bundestag peitschen, um zu verhindern, dass die Öffentlichkeit die Gelegenheit hat, sich damit auseinanderzusetzen und sich zu wehren“, sagte sie. „Das können wir ihnen nicht durchgehen lassen.“

Deshalb habe der gesundheitsökonomische Sprecher der Linksfraktion, Ates Gürpinar, beim Bundesverfassungsgericht Klage eingereicht und beantragt, die zweite und dritte Lesung vor der Sommerpause aufzuhalten, so Reichinnek weiter.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Bundesjustizministerin Hubig will bei Reform des Informationsfreiheitsgesetzes auf Transparenz achten

    Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will bei der Reform des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) auf Transparenz pochen. Das sagte Hubig dem „Interview der Woche“ der ARD. Sie werde Gesetzentwürfe dazu genau anschauen, damit…

    SPD-Spitzenkandidat Ott fordert Wüst zu gemeinsamer Bundesratsinitiative für AfD-Verbotsverfahren auf

    Der Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, fordert NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) auf, noch vor der Wahl im April 2027 gemeinsam mit ihm eine Bundesratsinitiative für…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert