Der Sozialverband Deutschland (SoVD) reagiert zurückhaltend auf die Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil für die neue Frühstartrente.
„Die Idee, bereits ab dem Kindesalter für die Alterssicherung vorzusorgen, ist grundsätzlich nachvollziehbar und begrüßenswert“, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es stelle sich jedoch die Frage, ob dies wirklich über ein „risikobehaftetes kapitalgedecktes Modell“ erfolgen müsse. Diese Maßnahme dürfe nicht wieder wie bei der Riesterrente in erster Linie den Versicherungskonzernen nutzen. Aus Sicht des SoVD wäre es sinnvoller gewesen, alle Kraft in die Stärkung der gesetzlichen Rente zu stecken und sie in eine Erwerbstätigenversicherung auszubauen, fügte Engelmeier hinzu.
Klingbeil hat den Gesetzentwurf für die Frühstartrente am Mittwoch in die sogenannte Ressortabstimmung gegeben. Dem Dokument, aus dem die Funke-Mediengruppe zitiert, zufolge sollen Eltern die staatliche Förderung von zehn Euro im Monat künftig mit bis zu 6.840 Euro pro Jahr aus eigenen Mitteln aufstocken können. Zudem sieht der Entwurf für Kinder, deren Eltern kein eigenes Vorsorgedepot eröffnen, ein staatliches Sondervermögen vor, in dem das Geld bis zur Volljährigkeit angelegt wird. Mit Erreichen des 18. Lebensjahres soll das angesparte Vermögen in das geplante Altersvorsorgedepot übergehen.
„Wir wollen, dass alle besser und früher für das Alter vorsorgen können. Eltern wollen wir dabei unterstützen, schon für ihre Kinder vorzusorgen. Heute hängt das viel zu oft davon ab, ob die Eltern hohe Einkommen oder Vermögen haben. Diese Ungleichheit setzt sich dann oft bis ins Alter fort. Das wollen wir ändern“, sagte Klingbeil den Funke-Zeitungen. Mit der Frühstartrente gebe man jungen Menschen schon früh ein Startkapital für die private Vorsorge mit. Das sei ein wichtiger Beitrag für eine bessere Altersvorsorge, aber auch für mehr Chancengleichheit.
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