Die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Aydan Özoguz, hat massive Kritik an der zurückliegenden Fußball-Weltmeisterschaft geübt und für das nächste Turnier Korrekturen gefordert.
„Diese Fußball-WM hat aus sportlicher Sicht mit Spanien einen verdienten Sieger gefunden“, sagte die SPD-Politikerin dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe). „Die Fans haben die Straßen der Spielorte zu Festmeilen gemacht. Der Fußball übt noch immer weltweit Faszination aus“, so Özoguz. „Aus sportpolitischer Sicht allerdings war die WM sehr fragwürdig. Die Two-Man-Show von Trump und Infantino hat dem Sport geschadet.“
Während der WM hätten die USA den Iran bombardiert und die Spieler zunächst nicht einmal am Spielort übernachten lassen, so Özoguz weiter. Es sei mit der Einreiseverweigerung für einen Schiedsrichter und für Fans weitergangen, habe einen traurigen Höhepunkt in dem „absurden Theater um die Rücknahme einer roten Karte“ gefunden und sei mit einem US-Präsidenten geendet, der erst nach wiederholter Aufforderung das Siegerpodest verlassen habe.
Infantino wiederum habe sehr deutlich werden lassen, dass ihm die Einnahmen wichtiger gewesen seien als die Spiele selbst, sagte die SPD-Politikerin. Dafür seien sogar Trinkpausen und eine uferlose Halbzeitpause in Kauf genommen worden.
„Veränderungen muss es immer geben, die Qualität des Sports sollte aber nicht darunter leiden – im Gegenteil“, so Özoguz. „Trump und Infantino, Brüder im Geiste bei Macht und Show, haben der WM leider einen Stempel aufgedrückt, den die Fans mit Pfiffen und Buhrufen quittierten – zu Recht.“
In Bezug auf die Zukunft sagte sie, der Fußball müsse das Hauptgeschehen bleiben. „Showeinlagen – meinetwegen, aber bitte nicht mitten im Spiel. Auf zusätzliche Werbe(trink)pausen können wir verzichten“, so die SPD-Politikerin. „Und die Ticketpreise müssen wieder erschwinglich werden. Fußball war nie nur ein Elitensport, und das sollte so bleiben.“ Spanien, Portugal und Marokko könnten 2030 zeigten, dass man es besser machen könne, so Özoguz. „Aber sie werden die schwere Aufgabe haben, die Fifa und ihren Präsidenten bremsen zu müssen.“
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