Die EU-Zölle auf Elektroautos aus China treffen die europäischen Staaten unterschiedlich hart. Das zeigt ein am Dienstag veröffentlichtes Diskussionspapier des Ökonomen Georg Stadtmann von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).
Nach Angaben des Autors hat die gleiche handelspolitische Grenze nicht für alle EU-Staaten dieselbe wirtschaftliche Bedeutung; entscheidend sei, auf welche Wirtschaftsstruktur sie treffe.
Frankreich sehe die Zölle vor allem als Schutz der heimischen Autoindustrie. Deutschland stehe den Zöllen wegen seiner exportorientierten Industrie und der Abhängigkeit vom chinesischen Markt kritischer gegenüber.
In Dänemark träfen höhere Preise für chinesische E-Autos auf einen Markt mit sehr hoher Nachfrage, aber ohne eigene Automobilproduktion.
Zugleich beschreibt Stadtmann Folgen für die internationale Wertschöpfung. Chinesische Hersteller reagierten auf die Handelsbarrieren mit Produktion in der EU: BYD plane eine Fertigung in Ungarn, Chery in Spanien.
Die Waren überquerten dann nicht mehr die Zollgrenze, stattdessen wandere die Wertschöpfung über die Grenze. Zollgrenzen reduzierten nicht unbedingt die globale Wertschöpfung, sondern organisierten sie neu.
Außerdem gewännen digitale Grenzen an Bedeutung: Vernetzte Fahrzeuge übermitteln kontinuierlich Daten über nationale Grenzen; über Marktzugang entschieden künftig neben Zöllen und Produktionsstandorten zunehmend Regeln für Daten und Software.
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