Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) und das Friedensforschungsinstitut SIPRI fürchten, dass der Iran-Krieg die Krisenregionen der Welt nachhaltig erschüttern wird. Die Folgen der Blockaden der Straße von Hormus, die Energie- und Düngemittelversorgung beeinträchtigten, „sind spürbar und werden anhalten“, schreiben der Direktor des WFP Deutschland, Martin Frick, und SIPRI-Chef Karim Haggag in einem Gastbeitrag für das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben).
Globale Lieferketten brauchten demnach Monate, um sich zu stabilisieren. Die Weltmarktpreise für Grundnahrungsmittel seien auf dem höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Verteuerter Dünger, der etwa weite Teile Asiens und Sub-Sahara-Afrikas zur entscheidenden Zeit der Reisaussaat treffe, werde die Produktion weiter senken. Diese Entwicklung werde „die Zahl der Hungernden weiter wachsen lassen, selbst wenn sich die Lage im Nahen Osten doch entspannen sollte“. Für die Schwächsten der Welt sei schon vor der neuesten Eskalation klar gewesen, dass diese Krise längst nicht ausgestanden ist, schreiben Frick und Haggag.
Sie forderten die Bundesregierung auf, die Ausgaben für die Bekämpfung von Hunger in der Welt deutlich zu erhöhen. „In einer Welt, die immer mehr in militärische Sicherheit investiert, wird der Beitrag von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit systematisch unterschätzt und als optionale `Charity` abgetan“, schreiben sie weiter. „Doch wer Sicherheit ernst nimmt, kann an diesem Teil nicht sparen.“
Die deutsche Öffentlichkeit zeige weiterhin große Solidarität im Kampf gegen den Hunger – die Höhe der Privatspenden sei stabil geblieben. „Dieses Maß an Verlässlichkeit sollte auch für den Bundeshaushalt gelten. Solide ausgestattete Hungerbekämpfung würde nicht mal 0,1 Prozent des Bundeshaushalts ausmachen“, fordern Frick und Haggag. Der abrupte Rückgang von Hilfsgeldern könne in besonders abhängigen Regionen dagegen zu mehr Konflikten, Protesten und Gewalt führen.
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