Hitzewelle und Klimawandel: Kleingartenverband fordert Förderprogramm und mehr Parzellen

Der Geschäftsführer des Bundesverbands der Kleingartenvereine Deutschlands (BKD), Stefan Grundei, hat die Bundesregierung aufgefordert, sich angesichts der vom Klimawandel verursachten Hitzewelle stärker für den Erhalt und Ausbau von Kleingärten einzusetzen und dafür im nächsten Haushalt Geld zur Verfügung zu stellen. Kleingärten seien „kein dekoratives Beiwerk und kein Luxusgut, sondern auch ein wertvoller Teil der Infrastruktur“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben).

„Sie tragen zu Klimaschutz, Biodiversität und Naherholung bei. Für Städte und Ballungsräume haben sie eine wichtige Kühlungsfunktion – weil sie bewässert werden, sogar in höherem Umfang als Parks“, so Grundei. Das müsse die Politik gerade nach der aktuellen Hitzeperiode erkennen.

„Ein Förderprogramm des Bundes, wie es schon einmal geplant war, könnte hier einen wertvollen Beitrag leisten“, sagte er. „Damit könnte sichergestellt werden, dass die Gesamtfläche zumindest nicht verkleinert wird. Außerdem kann es einen Anstoß geben, vorhandene Flächen noch intelligenter zu nutzen.“ Aus den Bundeshaushalten 2025 und 2026 war ein Kleingarten-Förderprogramm kurz vor Verabschiedung gestrichen worden.

Dem BKD zufolge gibt es in Deutschland rund 1,2 Millionen Kleingarten-Parzellen – weit weniger als nachgefragt würden. „Der Bedarf geht weit über den Bestand hinaus“, sagte Grundei. „In Berlin gibt es etwa eine Nachfrage nach weiteren 50.000 Parzellen – zusätzlich zu den bestehenden 64.000 Parzellen. Allerdings ist die Tendenz eher umgekehrt: Der Platz für Kleingärten wird immer geringer.“

Das Kabinett will auf seiner Klausur kommende Woche über den Hitze- und Klimaschutz beraten. Die Haushaltsverhandlungen im Bundestag beginnen Anfang September. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dirk Wiese hatte gesagt, man könne „über die Ausweitung von Schrebergärten nachdenken“. Sie seien „ein Erfolgsmodell der Bundesrepublik Deutschland, sich zusätzlich Rückzugsräume zu schaffen an warmen Tagen“.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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