Schalke-04-Finanzchefin Rühl-Hamers: Wir akzeptieren nicht jede Form der Kommerzialisierung

Der Fußball-Club Schalke 04 muss sich regelmäßig gegen das Interesse von dubiosen Investoren wehren, von angeblichen Scheichs oder aus dem angelsächsischen Raum. „Solche Anfragen haben wir regelmäßig“, sagte Schalke-Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers dem „Focus“.

„In vielen Fällen sind das Luftnummern, das merkt man schnell.“ Und denen, die seriöser rüberkommen, müsse sie oft erst einmal die deutschen Strukturen erklären. Wenn sie das 50+1-Prinzip, den eingetragenen Verein und die Rolle der Mitglieder erklärt habe, dann sei „das Thema meistens durch“. Man würde trotz allem wirtschaftlichem Ehrgeiz niemals leichtfertig die eigene Identität verkaufen, so Rühl-Hamers.

Der Kommerz im Fußball habe Grenzen, mahnt die Schalke-Vorständin. Die WM habe gezeigt, wo Grenzen erreicht seien. Die Reaktionen auf die „seltsame Halbzeitshow im WM-Finale und die Trinkeinlagen“ seien eindeutig gewesen – die Fans akzeptierten nicht jede Form der Kommerzialisierung, so Rühl-Hamers. „Wir auch nicht. Der Fußball darf seine Grundprinzipien nicht verraten.“

Für unumstößlich hält Schalkes Finanzchefin die sogenannte 50+1-Regel. Diese besagt, dass auch in einer Profiabteilung der Verein immer das letzte Wort haben muss. Konzerne dürfen in der Bundesliga nie das Sagen bekommen wie in vielen anderen Ligen. „Für mich ist 50+1 der Kern des deutschen Fußballs“, bekräftigt Rühl-Hamers. „Unsere Stadionatmosphäre, die Fankultur und die Nähe zwischen Verein und Anhängern sind ein Schatz. Fans sind nicht bloß Konsumenten, sondern sie sind wesentlicher Teil des Vereins.“

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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