SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf wirft der Berliner Linken gut zwei Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl ein Antisemitismus-Problem vor. „Wenn so klarer Antisemitismus geäußert wird und sich nicht alle klar abgrenzen, dann gibt es in der Linken in Berlin eindeutig ein Antisemitismus-Problem“, sagte Klüssendorf den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben). Anlass ist der Auftritt eines Rappers bei einer Wahlkampfveranstaltung des Neuköllner Bezirksverbands der Linkspartei, bei dem zur Intifada aufgerufen wurde.
Der SPD-Generalsekretär sieht die Spitzenkandidatin der Linken in Berlin, Elif Eralp, in der direkten Verantwortung. Eralp sei als Spitzenkandidatin für den Wahlkampf ihrer Partei verantwortlich und müsse hier endlich hart durchgreifen, statt nur nebulös „Konsequenzen“ zu fordern. Grundsätzlich sei die Linke für die SPD „natürlich ein möglicher Koalitionspartner“, sagte Klüssendorf. Allerdings machten ihm die Vorgänge in Neukölln sehr große Sorgen, wo bei einer Wahlkampfveranstaltung der Linken durch einen Rapper die Intifada gefordert worden sei und die Leute lautstark jubelten. Das löse bei ihm erhebliche Bedenken aus.
Bei der Veranstaltung in Neukölln am vergangenen Samstag hatte der Rapper Dahabflex Zeilen wie „Yalla Yalla Intifada“ und „Death to the IDF“ vorgetragen. Eralp erklärte danach, sie sei „entsetzt“, und forderte Aufklärung und Konsequenzen. Die Abgeordnetenhauswahl in Berlin findet am 20. September statt.
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