ING-Chef van Rijswijk: Wir wollen bei grenzüberschreitenden Bankfusionen in Europa der Käufer sein

Die niederländische Großbank ING will bei großen, grenzüberschreitenden Bankenfusionen als Käufer auftreten. „Grundsätzlich gibt es aus meiner Sicht in Europa nur eine Handvoll Optionen für derartige Transaktionen“, sagte ING-Chef Steven van Rijswijk dem „Handelsblatt“. „Wenn es irgendwann dazu kommt, wollen wir der Käufer sein, und nicht das Übernahmeziel. Ich will Herr über mein eigenes Schicksal sein.“

Banken stünden nach der Finanzkrise und der Negativzinsphase inzwischen besser da und könnten sich deshalb wieder stärker mit Übernahmen beschäftigen, erklärte van Rijswijk. Auch bei Investitionen in Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und ein besseres Kundenerlebnis helfe Größe. „Wer ein neues Angebot nur einmal entwickeln muss und es dann in allen seinen Märkten ausrollen kann, ist effizienter und schneller“, sagte der ING-Chef. „Je stärker Banken auf neue Technologien setzen, desto größer werden die Vorteile von grenzüberschreitenden Fusionen.“

ING hat zuletzt bereits in Polen und Spanien zwei mittelgroße Übernahmen gestemmt und sieht sich auch in Deutschland nach Zukäufen um. „Mit Blick auf die Märkte, in denen wir aktiv sind, ist die Vermögensverwaltung ein interessantes Segment, denn wir wollen unsere Position im gehobenen Privatkundengeschäft ausbauen“, sagte van Rijswijk. „Auch der Vertrieb von Anlageprodukten sowie das Geschäft mit Selbstständigen und Mittelständlern sind für uns relevante Bereiche.“ In Deutschland sei ING bei Privatkunden und international tätigen Konzernen bereits stark vertreten, aber bisher nicht im breiten Mittelstand.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    DAX startet verhalten in die Handelswoche: 25.425 Punkte, Iran-Konflikt und Quartalszahlen im Blick

    Der Dax ist am Montagmorgen verhalten in die Handelswoche gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.425 Punkten berechnet, 0,1 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.„Die Weltbörsen starten…

    Verfassungsjurist Di Fabio hält Russland-Kontakte der AfD für relevant bei möglichem Verbotsverfahren

    Der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio hält angesichts eines möglichen Verbots der AfD auch die mutmaßlichen Russlandkontakte der Partei für relevant.In der AfD zeige sich eine „hohe Affinität zu Diktaturen…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert