Zuckersteuer vorerst gestoppt: Ernährungsindustrie begrüßt Machtwort des Kanzlers

Die Ernährungsindustrie begrüßt den vorläufigen Stopp der Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. „Endlich ein Machtwort des Kanzlers“, sagte Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie und des Lebensmittelverbandes, der „Rheinischen Post“.

Es sei gut, „diesen vollkommen aus dem Ruder gelaufenen Gesetzentwurf vorerst zu stoppen“, ergänzte Minhoff. Die Wirtschaft sei weiterhin bereit, zusammen darüber zu sprechen, „wie man Ernährung und Gesundheit sinnvoll zusammenbringt, ohne die Bürger zu belasten“.

Das Bundeskanzleramt hat den Entwurf des Finanzministers vorerst aufgehalten. Er weiche vom Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit ab und sei „in dieser Form in der Regierung nicht mehrheitsfähig“, hieß es aus Regierungskreisen.

Die SPD-Bundestagsfraktion reagierte dagegen verärgert auf den Stopp der Zuckersteuerpläne. Fraktionsvize Esra Limbacher sagte der Zeitung: „Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Beratung über eine Zuckersteuer zu blockieren.“ Eine Zuckersteuer setze Anreize für gesündere Produkte, beuge Krankheiten vor und entlaste langfristig das Gesundheitssystem. Prävention sei auch keine Bevormundung, sondern eine Investition in ein längeres und gesünderes Leben. Vor allem aber kämen die Einnahmen dem Gesundheitssystem zugute, erklärte Limbacher.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Drohnenabwehr: BDI fordert klare Haftungsregeln für Unternehmen – Wirtschaft soll kritische Infrastruktur selbst schützen

    Die deutsche Wirtschaft soll kritische Infrastruktur und Industrieanlagen künftig stärker selbst vor Ausspähung und Angriffen durch Drohnen schützen. Die Behörden prüften, wie Unternehmen angesichts begrenzter staatlicher Kapazitäten künftig auch in…

    Fregatten-Aus: Gauweiler wirft Pistorius Amtspflichtverletzung vor – Ministerium räumt heikle Treffen ein

    Das von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) im Juni überraschend gestoppte Marine-Projekt zum Bau von sechs Fregatten vom Typ F126 hat ein juristisches Nachspiel, zudem werfen mehrere Treffen des Ministers Fragen…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert