Demokratieprojekt „Radikale Töchter“ verklagt den Bund wegen Förderstopps

Der umstrittene Stopp von Bundesmitteln für das Demokratie-Förderprojekt „Radikale Töchter“ kommt vor Gericht. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, hat die NGO Klage beim Verwaltungsgericht Köln gegen den Bund eingereicht. Der Fall hatte zu Jahresbeginn bundesweit für Schlagzeilen und Empörung gesorgt. Denn das überraschende Aus für das bereits gestartete Vorhaben folgte deutlicher Kritik der Gründerin an den Stadtbild-Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU).

Die NGO hatte im Februar 2025 schon eine vorläufige Zusage der Bundeszentrale für ihr Projekt bekommen und die Arbeit aufgenommen. Anfang 2026 folgte jedoch die abrupte Wende und eine Absage. Dazwischen hatte Projektgründerin Cesy Leonard eine Petition gestartet, die mit scharfer Kritik an Kanzler Friedrich Merz (CDU) wegen seiner Stadtbild-Äußerungen verbunden war. Leonard warf Merz vor, Rassismus salonfähig zu machen, und sammelte 250.000 Unterschriften. Wenig später ließ das Innenministerium die ihr unterstellte Bundeszentrale die Förderung schließlich einstellen, ohne dies fachlich klar zu begründen.

„Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist klar: Unabhängige politische Bildungsarbeit wird jetzt mehr gebraucht denn je“, sagte NGO-Gründerin Cesy Leonard. „Diese willkürlich zu kürzen, ist fahrlässig und falsch. Dagegen klagen wir.“ Die Organisation will mit der Klage erreichen, dass ihr Vorhaben doch noch durchgeführt werden kann. Insgesamt geht es um rund 290.000 Euro.

Die „Radikalen Töchter“ waren 2019 als NGO zur Demokratieförderung gegründet worden. Seither hat es als gemeinnütziges Projekt gut 400 Workshops in Schulen, Jugendzentren oder kulturellen Zentren angeboten.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

  • Related Posts

    Vonovia-Chef Mucic: Berlin bei künftigen Bauprojekten schwächer vertreten

    Der Wohnungskonzern Vonovia deutet angesichts der Vergesellschaftungspläne der Linken in Berlin erste Konsequenzen für seine Investitionen an. „Für neue Projekte benötigen wir, wie alle Unternehmen, die in Berlin bauen möchten,…

    IWF hebt Wachstumsprognose für Deutschland an: 1,3 Prozent für 2026 und 1,1 Prozent für 2027

    Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland wieder angehoben. 2026 werde jetzt ein Wachstum in Höhe von 1,3 Prozent erwartet, 2027 dann von 1,1 Prozent, teilte der IWF…

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert